Kriminalkammer – Prozess um Dreifachmord von Flaxweiler
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KriminalkammerProzess um Dreifachmord von Flaxweiler

LUXEMBURG - Am Montag hat der Prozess gegen den mutmaßlichen dreifachen Mörder, der im Juli 2010 in Flaxweiler zwei Frauen und einen Mann getötet haben soll, begonnen.

Es war eine Bluttat, wie sie in Luxemburg nur selten vorkommt: In der Nacht zum 6. Juli 2010 ersticht ein damals 28-jähriger Mann in Flaxweiler drei Menschen. Nach einem misslungenen Fluchtversuch wird er von der Polizei angeschossen und überlebt nur knapp.

Am Montag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter vor der Kriminalkammer Luxemburg. Am Montag kamen die Gerichtsexperten zu Wort, für Dienstag wird mit den Aussagen weiterer Zeugen gerechnet. Die Verhandlung wird voraussichtlich am Mittwochnachmittag mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft sowie der Verteidigung abgeschlossen werden.

Blutbad in einer ruhigen Wohnsiedlung

Den Beamten, die von Nachbarn zum Tatort gerufen worden waren, bot sich vor dem unauffälligen Einfamillienhaus in der Rue Berg in Flaxweiler ein grauenvolles Bild: Eines der Opfer, ein 45-jähriger Luxemburger, lag in der Garageneinfahrt in einer Blutlache. Im Haus entdeckten die Polizisten zwei weitere Leichen: die 34-jährige Lebensgefährtin des Angeklagten, die wie er aus Estland stammte, sowie eine 29 Jahre alte Frau aus Kirgisistan. All drei Opfer - wie sich später herausstellt die Mitbewohner des Angeklagten - waren durch mehrfache Messerstiche getötet worden.

Nach der Tat war der Mann offenbar an Bord eines BMW geflüchtet, jedoch knapp einen Kilometer außerhalb der Ortschaft von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gefahren. Der Este kehrte daraufhin zum Tatort zurück, wo er die bereits anwesenden Polizisten mit einem 25 Zentimeter langen Messer angriff. Die Beamten eröffneten in Notwehr das Feuer aus ihren Dienstwaffen und streckten den Mann mit vier Schüssen nieder.

Angeklagter riskiert lebenslänglich

Der schwer verletzte Mann verbrachte nach einem mehrtägigen Koma einige Zeit im Krankenhaus und wurde im August 2010 in die Haftanstalt Schrassig überführt, wo er seitdem auf seinen Prozess wartet. Die Anklage lautet auf dreifachen Mord beziehungsweise Totschlag. Der Angeklagte riskiert demnach Haftstrafen zwischen zehn Jahren und lebenslänglich. Als wahrscheinlichstes Motiv der Tat wurde im Vorfeld des Prozesses ein Eifersuchts- bzw. Beziehungsdrama genannt.

(L'essentiel Online/mth)

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