In Trier – Prozess um Mordfall Laura Marie vor dem Ende

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In TrierProzess um Mordfall Laura Marie vor dem Ende

TRIER - Seit Monaten wird einem 25-Jährigen in Trier wegen Mordes der Prozess gemacht. Er soll eine Schülerin erstochen und verbrannt haben. Nun fällt bald das Urteil.

Das Verbrechen hatte für Entsetzen gesorgt: Ein 25-Jähriger soll eine Schülerin in Trier erstochen und ihre Leiche verbrannt haben. Seit gut viereinhalb Monaten steht der gelernte Maler und Lackierer wegen Mordes vor dem Landgericht Trier. Jetzt geht der Prozess dem Ende zu. Am Mittwoch (27. Januar) werden die Plädoyers gehalten, am 1. Februar soll dann das Urteil fallen.

Dass der 25-Jährige die 16-jährige Laura Marie an einem Bahndamm getötet hat, daran besteht kein Zweifel. Bereits am ersten Prozesstag hatte der Mann, der in der Nachbarschaft der Schülerin wohnte, eingeräumt, Mitte März des vergangenen Jahres im Streit mit dem Messer auf sie losgegangen zu sein. Viermal stach er zu. Er habe sie aber nicht vergewaltigen wollen, hatte er über seinen Anwalt erklären lassen.

Am Tatabend zusammen gefeiert

Genau das sieht der Staatsanwalt aber anders: Volker Blindert ist der Ansicht, dass der Angeklagte die 16-Jährige getötet hat, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken. Und die Verdeckungsabsicht sei ein Mordmerkmal. Der Mann habe die Vergewaltigung geplant. Noch am Tattag habe er im Internet ein Video über Vergewaltigungen angeschaut, bestätigte später ein Computer-Experte im Prozess, der den Rechner des Angeklagten untersucht hatte.

Das Opfer und der 25-Jährige waren Bekannte und hatten am Tatabend zusammen mit Freunden gefeiert. Als die Schülerin dann vom Trierer Hauptbahnhof aus mit dem Bus zu ihrem Ex-Freund fahren wollte, begleitete sie der Angeklagte. Auf einem abgelegenen Weg entlang der Bahngleise soll er das Mädchen dann angegriffen haben, um sie zu vergewaltigen, hieß es in der Anklage. Da es sich aber heftig wehrte, habe sich der Mann entschlossen, sie zu töten, damit sie ihn nicht verraten könne.

Die Leiche hatte er hinter einer alten Werkzeughalle im Gebüsch versteckt und einen Tag später angezündet. Unweit des Fundorts der Leiche wurde ein Seil gefunden, das dem Mann zugeordnet werden konnte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Täter das Seil vor der Tat dort hingelegt hatte, um sein Opfer zu fesseln. Der Angeklagte hat das im Prozess bestritten.

Mehr als 50 Zeugen

Es war ein aufwendiges Verfahren. Mehr als 50 Zeugen wurden gehört, um Licht in das Dunkel um den gewaltsamen Tod der 16-Jährigen zu bringen, zusätzlich Rechtsmediziner und Sachverständige. Es war auch ein bewegender Prozess. Vor allem für die Eltern des Mädchens, die das Verfahren als Nebenkläger verfolgten. Aber auch viele Freunde, Bekannte und Nachbarn kamen regelmäßig in den Gerichtssaal.

«Für die Mutter war es jedes Mal ein ganz schwerer Gang», sagt Anwalt Otmar Schaffarczyk, der die Eltern vertritt. Sie komme nicht darüber hinweg, dass der Mann ihre Tochter umgebracht habe. Für Schaffarczyk sei klar: Der Mordvorwurf habe sich im Prozess bestätigt.

(dpa/L'essentiel)

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