Abitur: Prüfungsdiebe haben in Luxemburg schlechte Chancen
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AbiturPrüfungsdiebe haben in Luxemburg schlechte Chancen

LUXEMBURG – Die auf Social Media kursierende Prüfungskorrektur war nur falscher Alarm. Aber was, wenn es bei den Abiturprüfungen tatsächlich ein Leck gibt?

von
Séverine Goffin
Jedes Lycée bewahrt die Prüfungsaufgaben bis zur letzten Minute verschlossen auf.

Jedes Lycée bewahrt die Prüfungsaufgaben bis zur letzten Minute verschlossen auf.

Vincent Lescaut/L'essentiel

Donnerstag vergangener Woche kursierten Fotos der Korrektur des Geschichtsabiturs auf Social Media – doch halb so wild, wie Romain Nehs, Leiter der Generaldirektion für Sekundarunterricht im Bildungsministerium, erklärt: «Das war kein Leck, die Fotos wurden nach der Prüfung aufgenommen».

«Schüler gingen am Mittwoch, als die Prüfung vorbei war, zu einem Lehrer und stellten ihm Fragen. Er zeigte ihnen daraufhin die Korrektur. Als er sie wieder auf den Tisch legte und sich umdrehte, um mit anderen Schülern zu sprechen, nutzten sie den Moment, um das Dokument zu fotografieren», schildert er die Situation.

Nur ein Prüfungsleck bis heute

Um geleakte Abiturprüfungen zu verhindern, werden bestimmte Abläufe sorgfältig eingehalten, wie Nehs erläutert. Die Fragebögen werden von einem Expertenteam erstellt. Die Prüfungskommissare kopieren die Dokumente im Ministerium, bevor die Kopien in versiegelte Umschläge gesteckt werden. In verschlossenen Metallboxen werden sie an die Lycées geschickt, wo die Direktoren bis zum Prüfungstag in einem Safe aufbewahren.

Der Ablauf scheint Wirkung zu zeigen, bis heute soll es im Land nur einmal eine undichte Stelle bei den Prüfungen gegeben haben: 2016 war eine Seite der Sozialkundeprüfung auf Instagram aufgetaucht und das Ministerium gezwungen, die Fragen noch schnell zu ändern.

Wäre zu spät auffallen, dass Prüfungsaufgaben vorher durchgesickert sind, hätte das unangenehme Folgen haben können – für die undichte Stelle und die Abiturienten. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Prüfung wiederholt hätte werden müssen», so Romain Nehs, «im Falle von Vorsatz oder böswilliger Handlung würde der Klassenrat die Strafe für den betreffenden Schüler festlegen, und je nach Schweregrad könnte die Angelegenheit auch einen strafrechtlichen Aspekt beinhalten.»

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