Jury entschied – «Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021
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Jury entschied«Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021

Seit 1991 wird es von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Das Unwort des Jahres 2021 ist «Pushback», wie ein Team von Sprachwissenschaftlern nun verkündet hat.

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Am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr verkündete eine Jury aus Sprachwissenschaftlern das Unwort des Jahres 2021.

Am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr verkündete eine Jury aus Sprachwissenschaftlern das Unwort des Jahres 2021.

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Die Jury hat sich für den Begriff «Pushback» entschieden.

Die Jury hat sich für den Begriff «Pushback» entschieden.

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Mit dem Begriff werde ein menschenfeindlicher Prozess des Zurückdrängens von Flüchtenden an den Grenzen beschönigt, begründete die Jury ihren entscheid.

Mit dem Begriff werde ein menschenfeindlicher Prozess des Zurückdrängens von Flüchtenden an den Grenzen beschönigt, begründete die Jury ihren entscheid.

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Eine Jury aus Sprachwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen verkündete am Mittwoch (09.30 Uhr) im hessischen Marburg das Unwort des Jahres 2021. Im Rahmen der bundesweit viel beachteten Aktion werden seit 1991 aus Sicht der Jury unmenschliche oder unangemessene Begriffe ausgewählt. Damit soll auf «undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch» aufmerksam gemacht werden.

Die Jury entschied sich für den Begriff «Pushback» als das Unwort des Jahres 2021. Mit dem Begriff werde ein menschenfeindlicher Prozess des Zurückdrängens von Flüchtenden an den Grenzen beschönigt, begründete eine Jury aus Sprachwissenschaftlern am Mittwoch im hessischen Marburg die Wahl.

Die Jury der sprachkritischen Aktion erhielt nach eigenen Angaben für das Jahr 2021 insgesamt 1308 Einsendungen, in denen 454 verschiedene Ausdrücke für die Wahl des Unworts vorgeschlagen wurden. Unter den häufigsten Einsendungen waren demnach viele rund um die Corona-Pandemie wie «Boostern», «Covidiot» oder «Tyrannei der Ungeimpften». Die Einsendungen hätten aber nicht zwingend den Kriterien der Jury entsprochen.

«Sprachpolizei» landet auf dem zweiten Platz

Diese wählte auf Platz zwei den Begriff «Sprachpolizei», mit dem Menschen diffamiert werden sollten, die sich für einen angemessenen, nicht diskriminierenden Sprachgebrauch einsetzen. Auf Platz drei kamen Vergleiche mit dem Nationalsozialismus, die im Zuge der Corona-Demonstrationen von Impfgegnern und -gegnerinnen verwendet wurden – etwa «Impfnazi» oder «Ermächtigungsgesetz» für Infektionsschutzgesetz.

Im vergangenen Jahr wurden die Begriffe «Corona-Diktatur» und «Rückführungspatenschaften» erstmals parallel zu den Unwörtern des Jahres gekürt. Mit «Corona-Diktatur» werden laut Jury die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diskreditiert. Das Wort «Rückführungspatenschaften» bezeichnet einen von der EU-Kommission vorgeschlagenen Mechanismus der Migrationspolitik, bei dem ein Mitgliedsstaat der EU einem anderen Land die Verantwortung für Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern abnimmt.

(L'essentiel/AFP)

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