Gift-Angst – Putin entlässt aus Angst vor Attentat 1000 Mitarbeiter
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Gift-AngstPutin entlässt aus Angst vor Attentat 1000 Mitarbeiter

Weil Präsident Wladimir Putin Angst vor einer Vergiftung hat, tauschte er 1.000 enge Mitarbeiter aus. Dennoch herrsche Angst vor einer «Eliminierung«.

HANDOUT - 10.03.2022, Russland, Moskau: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolfoto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine Sitzung mit Regierungsmitgliedern per Telefonkonferenz leitet. Foto: Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Putin soll wahnsinnige Angst vor einem Gift-Anschlag haben.

Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin tauschte bereits im Februar aus Angst vor einem Gift-Attentat 1.000 Mitarbeiter, darunter Köche, Wäscherei-Mitarbeiter, Sekretäre und Sicherheitsleute aus, berichten «The Daily Beast» und «Business Insider». Die Berichte berufen sich auf einen französischen Geheimdienstmitarbeiter mit russischen Kreml-Quellen, der behauptet, «ein Attentatsversuch würde aus dem Kreml kommen».

Putin soll dabei wahnsinnige Angst vor einem Gift-Anschlag haben, es gebe auch nach dem Austausch des Personals ein Klima der Angst. Der Austausch geschah demnach in einer Zeit, bevor Putin den Angriffskrieg auf die Ukraine startete, aber die US-Geheimdienste bereits vor der bevorstehenden Invasion warnten. Der französische Geheimdienstmitarbeiter behauptete weiter, dass ein Attentatsplan auf Putin «auf dem Planungstisch eines jeden Geheimdienstes» liege.

Dennoch würden viele Geheimdienste daran glauben, dass nicht ein Attentat eines fremden Landes, sondern durch Kräfte innerhalb des Kremls wahrscheinlicher wären. «Der russische Geheimdienst ist wahrscheinlich der einzige, der standardmäßig Gift einsetzt», wird die Quelle zitiert. Dahingehend wird auch auf den Kreml-Kritiker Alexei Nawalny verwiesen. Auf Nawalny war im August 2020 in Russland ein Anschlag mit einem Nervengift aus sowjetischer Produktion verübt worden, den er nur knapp überlebte.

Strahlengift-Mord mitten in London

Nach mehrmonatiger medizinischer Behandlung in Deutschland kehrte Nawalny im Januar 2021 nach Russland zurück, wo er umgehend festgenommen und kurze Zeit später zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Er sitzt in einem Straflager rund 100 Kilometer östlich von Moskau. Beobachter geben Putin die Schuld am Gift-Anschlag auf den Oppositionellen. Kreml-Kritiker und Ex-KGB-Agent Alexander Litwinenko wiederum wurde 2006 mitten in London mit dem Strahlengift Polonium-210 vergiftet und verstarb qualvoll.

(L'essentiel/red/rfi)

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