Krieg in Syrien – Putin will Assad notfalls mit Bodentruppen helfen
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Krieg in SyrienPutin will Assad notfalls mit Bodentruppen helfen

Russland gibt der syrischen Regierung nun in aller Öffentlichkeit eine Vorlage. Sollte die Regierung russische Hilfe anfordern, würde das von Moskau überprüft.

Könnte sich einen Bodentruppeneinsatz in Syrien vorstellen: Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Könnte sich einen Bodentruppeneinsatz in Syrien vorstellen: Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Falls Syrien Truppenunterstützung anfordern sollte, würde Russland eine Entsendung eigener Soldaten in das Bürgerkriegsland in Betracht ziehen. Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin sagte, eine solche Anfrage würde diskutiert und geprüft. Allerdings sei eine solche Frage zu diesem Zeitpunkt rein hypothetisch, betonte er.

Der syrische Außenminister Walid al-Moallem sagte, derzeit werde keine Unterstützung benötigt. «Bis jetzt ist die syrische Armee leistungsfähig», versicherte er. Benötigt würden mehr Munition und hochwertige Waffen. Russland habe die Geschwindigkeit der Lieferungen erhöht. Zuvor hatte al-Moallem Berichte zurückgewiesen, nach denen russische Kampfeinheiten in Syrien kämpfen sollen. Er sagte jedoch, Syrien werde nicht zögern, Russland um Hilfe zu fragen, falls diese nötig sei.

Die USA erwägen wegen ausbleibender Erfolge bei der Ausbildung moderater syrischer Rebellen für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz offenbar einen radikalen Strategiewechsel. Statt die vom amerikanischen Militär trainierten Aufständischen in kleinen Einheiten in die direkte Konfrontation mit den Extremisten zu schicken, sollen sie in bereits bestehende kurdische und arabische Truppen eingegliedert werden, sagten US-Regierungsvertreter. Eine endgültige Entscheidung über das Vorgehen sei jedoch noch nicht getroffen.

US-Kommunikationsausrüstung für Rebellen

Demnach sollen die moderaten Rebellen mit US-Kommunikationsausrüstung ausgestattet und in der Gewinnung von Geheimdienstinformationen ausgebildet werden. In Abstimmung mit außerhalb Syriens stationierten US-Truppen sollen sie zudem mögliche Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat für Luftangriffe ausfindig machen.

Der mögliche Kurswechsel kommt einem Eingeständnis gleich, dass die bisherige Herangehensweise der US-Regierung nicht funktioniert. Erst am Mittwoch hatte der Kommandeur des US-Zentralkommandos, Lloyd Austin, dem Kongress zum Stand der Ausbildung moderater syrischer Rebellen Rede und Antwort gestanden. Das 500 Millionen Dollar teure Programm zur Schulung von 5000 lautigten Aufständischen pro Jahr habe «vier oder fünf» neu ausgebildete Kämpfer erbracht, nachdem rund 50 weitere gefangen genommen oder verwundet wurden oder bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit Extremisten die Flucht ergriffen hätten.(L'essentiel/ij/sda)

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