Ausschreitungen in Berlin – «Querdenker» greifen Polizei an – 500 Festnahmen

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Ausschreitungen in Berlin«Querdenker» greifen Polizei an – 500 Festnahmen

Hunderte Impfgegner zogen am Sonntag durch Berlin. Dabei kam es zu mehreren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Diese fuhr mit einem Wasserwerfer auf.

In Berlin haben am Sonntag Tausende Menschen aus der «Querdenker»-Szene trotz Verbots gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei kam es auch zu Angriffen gegen Einsatzkräfte. Dabei wurden laut der Berliner Polizei Absperrungen ignoriert und teilweise überrannt. Einsatzkräfte seien angegriffen worden, erklärte die Polizei.

Demonstrierende hätten versucht, die Polizeikette zu durchbrechen und Beamte herauszuziehen. Am Großen Stern drohte die Polizei demnach mit einem Wasserwerfer. Nach drei Lautsprecherdurchsagen löste sich die Versammlung dort auf, hieß es weiter. Schließlich zerstreuten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten, so die Polizei Berlin auf Twitter.

Es drohen, bis zu 1000 Euro Strafe

Später hätten sich Gruppen im Stadtteil Schöneberg auf verschiedenen Straßen bewegt, dafür seien aber die Fahrbahnen nicht gesperrt worden. Die Polizei versuchte, «zeitnah den Verkehr zu regeln».

Die Beamten nahmen der «Bild»-Zeitung zufolge rund 500 Menschen fest. Die Einsatzkräfte hätten außerdem Platzverweise erteilt, Personalien aufgenommen und Anzeigen gefertigt. Die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1000 Euro Bußgeld bestraft werden könne, wurde betont.

Versammlung war untersagt worden

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte am Samstag mehrere geplante Demonstrationen aus dem Kreis der «Querdenken»-Bewegung verboten. Gegen das Verbot einer der Veranstaltungen war auch ein Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht worden, den dieses am Sonntag aber ablehnte.

Ein Autokorso war genehmigt worden, an diesem wollten die Protestler ursprünglich zu Fuß oder im Reisebus teilnehmen. Weil dies nicht ging, versammelten sie sich zunächst im Stadtteil Charlottenburg und zogen dann in Gruppen durch die Straßen der Stadt.

(L'essentiel/DPA/kle)

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