Raumfahrt: Raphaël Liégeois ist der erste belgisch-luxemburgische Astronaut

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RaumfahrtRaphaël Liégeois ist der erste belgisch-luxemburgische Astronaut

LUXEMBURG/BRÜSSEL – Raphaël Liégeois, 34, Luxemburger mit belgischen Wurzeln, gehört zu den neuen ESA-Astronauten.

von
Nicolas Martin
(aus Paris)

Raphaël Liégeois' erste Worte nach der offiziellen Verkündung.

Es ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein gewaltiger Sprung für die hiesige Raumfahrt: Ein Luxemburger gehört zu den neuen ESA-Astronauten. Nach einem Auswahlverfahren von fast zwei Jahren, mit fast 23.000 Bewerbern, gab die Europäische Weltraumagentur (ESA) die Entscheidung am heutigen Mittwoch im Grand Palais in Paris bekannt. Sechs Rekruten und Ersatzbewerber dürfen den Beruf ausüben, von dem jedes Kind träumt.

Unter den glücklichen Auserwählten ist dieses Mal ein Luxemburger. Genauer gesagt, handelt es sich um einen Luxemburger mit belgischen Wurzeln. Raphaël Liégeois, 34, ist Belgier, besitzt aber seit 2018 die luxemburgische Staatsbürgerschaft. Er hat in Differdingen gewohnt, wo seine Familie heute noch lebt. Der Forscher wird die belgische Flagge auf seiner Uniform tragen, mit der er zum Auswahlverfahren angetreten war. Die großherzoglichen Farben werden auf seiner Uniform also nicht zu sehen sein. Nicht weniger als 65 Personen, darunter zwölf Frauen, hatten für Luxemburg ihr Glück versucht. Anfang des Jahres waren noch sechs im Rennen.

Raphaël Liégeois ist Forscher an der Universität Genf (Schweiz). Von der Technischen Hochschule Lausanne («École polytechnique fédérale de Lausanne») aus führten ihn Studienaufenthalte an die Universitäten in Stanford, Paris, Singapur und Lüttich. Im April beginnt für die neuen Rekruten das Training am Europäischen Astronautenzentrum Köln. In einem ersten Schritt werden die neuen Astronauten ausgebildet und fliegen zur Internationalen Raumstation. Die zum Mond führenden Missionen bleiben den bisherigen sieben Astronauten vorbehalten, die mehr Erfahrung besitzen.

Die Weltraumagentur hat seit 2008, als der Franzose Thomas Pesquet das Rennen machte, keine Rekrutierungskampagne dieser Größenordnung mehr gestartet. Hingegen stellte die ESA im Grand Palais in Paris, am Fuße des Eiffelturms, Astronauten mit einer körperlichen Behinderung vor. Mit diesen solle bei einem Weltraumaufenthalt eine «Machbarkeitsstudie» durchgeführt werden. Eine Premiere.

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