Obamas Wahlsieg – Rassisten gehen auf die Barrikaden
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Obamas WahlsiegRassisten gehen auf die Barrikaden

An der Universität von Mississippi sind nach der Wahl von Barack Obama hunderte Studenten auf die Straße gegangen. Sie skandierten rassistische Parolen und erinnerten damit an die Unruhen von 1962.

Wie die Zeitung «Clarion Legder» berichtet, haben einige von ihnen rassistische Parolen skandiert – gegen Barack Obama und Afro-Amerikaner generell. Über Social Media wurde zu der Versammlung aufgerufen. Videos zeigen eine aufgeheizte Stimmung. Laut Berichten eskalierte die Gewalt jedoch nicht. Über die genaue Anzahl Teilnehmer herrscht Unklarheit, laut US-Medien haben zwischen 300 und 400 Studenten teilgenommen.

«Uns ist es peinlich»

Die Proteste fanden genau 50 Jahre nach Protesten am selben Ort zur Integration der dunkelhäutigen Schüler statt. Der Rektor der Universität, Dan Jones, verurteilte die neuesten Ausschreitungen heftig: «Uns ist es peinlich, dass solche Parolen in Zusammenhang mit der Universität gerufen wurden.» Die Polizei habe die Proteste aufgelöst und zwei Studenten verhaftet. Der Campus sei wieder sicher, bestätigt Jones.

Als Reaktion auf die Ausschreitungen haben rund 500 andere Studenten einen Kerzenumzug durchgeführt. Man wolle die Außenwelt damit wissen lassen, dass es sich bei den Rassisten um einen kleinen Teil der Studenten handelt.

Trotzdem bleibt ein fahler Beigeschmack. «Das hat diese Bilder von vor 50 Jahren wieder hochgebracht. Ich weiß nicht, ob die Schüler darüber nachgedacht haben, was hier passierte, aber sie hätten es sollen», meint Thomas J. Reardon von der Universitätsadministration. «Wenn einige Studenten solche rassistischen Parolen skandieren, birgt dies die Gefahr, dass noch viele mehr dieses Gedankengut vertreten», befürchtet er.

Auch der Gouverneur des Staates Mississippi, Phil Bryant, hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Sein erster Gedanke ging an die Ausschreitungen von 1962. «Mein zweiter Gedanke war ‹Wie dumm kann man sein?›. Wenn man auf dem College ist, muss man sich der Brisanz dieses Themas bewusst sein. Die News gehen um die Welt», sagte er zur «Sun Herald».

( L’essentiel Online / aeg)

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