Spitzenposten in Europa – Ratspräsident will erst Mersch und dann Frauen
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Spitzenposten in EuropaRatspräsident will erst Mersch und dann Frauen

EU-Ratspräsident Herman von Rompuy hat auf ein klares Engagement für eine Frau auf einem Chefsessel der EZB verzichtet und wirbt für Yves Mersch.

Die Zeit drängt, Yves Mersch soll endlich ins Direktorium der EZB einziehen können, meint EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

Die Zeit drängt, Yves Mersch soll endlich ins Direktorium der EZB einziehen können, meint EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

AFP

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat im Tauziehen um ein weibliches Mitglied im EZB-Direktorium für den Kandidaten Yves Mersch geworben. Damit hat der Ratspräsident am Dienstag zahlreiche EU-Parlamentarier enttäuscht.

Zwar seien mehr Frauen in Führungsposten besonders im Wirtschafts- und Finanzbereich nötig, doch der EZB-Posten müsse «dringend» besetzt werden, sagte Van Rompuy.

Wünschen, nicht fordern

Die Volksvertreter wollen eine Frau im Kreis der sechs Direktoren. Sie können dies aber nur wünschen, nicht verbindlich einfordern. Am Donnerstag stimmt das Parlament über den Luxemburger Notenbankchef Mersch ab, doch aufhalten kann es seine Ernennung nicht.

Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hatte am Montag gegen Mersch votiert. Den Parlamentariern geht es um das Prinzip, ganz im Sinn der Frauenquote, die EU-Justizkommissarin Viviane Reding in den Aufsichtsräten von Konzernen durchsetzen will.

«Wir wollen heute eine Frau im Zentrum der Macht der EZB und lassen uns nicht von ihnen vertrösten», sagte die Ko-Vorsitzende der Grünen, Rebecca Harms, an Van Rompuy gewandt.

(L'essentiel Online/dpa)

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