In Luxemburg – Rauchen am Arbeitsplatz ist nicht verboten

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In LuxemburgRauchen am Arbeitsplatz ist nicht verboten

LUXEMBURG – Das Anti-Tabak-Gesetz verbietet das Rauchen an öffentlichen Orten, nicht aber in Unternehmen. Einige Arbeitnehmer sind dem blauen Dunst täglich ausgesetzt.

Die Arbeitgeber in Luxemburg sind dazu verpflichtet, ihre Angestellten vor Passivrauch zu schützen.

Die Arbeitgeber in Luxemburg sind dazu verpflichtet, ihre Angestellten vor Passivrauch zu schützen.

AFP

Dass auch das passive Rauchen schädlich ist und zu ernsthaften Krankheiten führen kann, ist hinlänglich bekannt. Allerdings scheren sich viele Raucher nicht um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen. Besonders schwierig wird das tägliche Miteinander zwischen Rauchern und Nichtrauchern, wenn sie sich nicht aus dem Weg gehen können – wie am Arbeitsplatz.

Für Anna ist die Zeit auf der Arbeit in einem kleinen Betrieb mit einem Dutzend Angestellten die Hölle. «Wir sind drei Nichtraucher. Der Rest raucht auch in unseren Räumlichkeiten. Ich habe das Problem mehrmals in der Führungsetage vorgetragen. Aber ohne Erfolg. Mir wurde klar gemacht, dass ich ja die Firma verlassen kann, wenn es mir nicht passt.»

«Ich riskiere, gefeuert zu werden»

Das Gesetz vom 11. August 2006 zur Eindämmung des Tabakkonsums wurde durch das Rauchverbot an öffentlichen Orten am 1. Januar 2014 verschärft. Zum Rauchen in Unternehmen gibt es keine eigene Vorschrift. «Es gibt kein spezielles Gesetz, das das Rauchen in Unternehmen verbietet. Ein Absatz des Gesetzes von 2006 verlangt vom Arbeitgeber jedoch, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitnehmer vor dem Passivrauchen zu schützen», erklärt das Arbeitsministerium. Jeder Verstoß gegen diesen Artikel werde mit einer Freiheitsstrafe von acht Tagen bis sechs Monaten und einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro geahndet.

Anna bleibt nur eine erneute Beschwerde bei ihrem Chef. Sie ist sich darüber bewusst, dass sie dadurch Probleme bekommen kann: «Mein Chef hat bereits angedeutet, dass er keine Angst vor einer Geldstrafe hat. Ich riskiere also, meinen Arbeitsplatz zu verlieren.» Sie möchte nun die Ministerien für Arbeit und Gesundheit sowie die Gewerbeaufsicht über ihre Situation informieren.


(Gaël Padiou/L'essentiel)

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