In drei Ländern – Razzia gegen rechte Terror-Zelle

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In drei LändernRazzia gegen rechte Terror-Zelle

Terror nach Vorbild der NS-«Werwolf»-Taktik? Nach längeren Ermittlungen haben Ermittler in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden Räume von Neonazis durchsucht.

Mit Razzien in Norddeutschland, der Schweiz und in den Niederlanden ist die Polizei gegen die mutmaßlichen Gründer eines rechtsextremen «Werwolf-Kommandos» vorgegangen.

Die deutsche Bundesanwaltschaft ließ am Mittwoch Wohnungen, Geschäftsräume und zwei Gefängniszellen von sechs Männern durchsuchen. In Deutschland waren die Umgebung von Hamburg, die Region Hannover und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Gefängniszellen wurden in der Schweiz durchsucht. Festgenommen wurde nach Angaben der obersten Anklagebehörde niemand.

«Werwolf»-Guerilla

Ziel der rechtsextremistischen Vereinigung sei es gewesen, das «politische System der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen», so die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Es bestehe der Verdacht, dass die Männer zu diesem Zweck terroristische Gewalttaten verüben wollten - offenbar nach dem Vorbild der so sogenannten «Werwolf»-Guerilla der Nationalsozialisten gegen Ende des Zweiten Weltkrieg. Dabei sollte hinter den feindlichen Linien eine Guerilla-Krieg geführt werden.

Konkrete Anschlagspläne gab es nach Wissen der Behörde aber nicht. Mangels dringenden Tatverdachts wurde niemand festgenommen. Bei den Razzien wurden schriftliche Unterlagen und Computer sichergestellt, die jetzt ausgewertet werden.

Monatelange verdeckte Ermittlungen

Den Razzien waren monatelange verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. Sie gestalteten sich schwierig, weil die Verdächtigen bereits ein elektronisches Verschlüsselungsprogramm entwickelt hatten, «um konspirativ kommunizieren zu können», so die Bundesanwaltschaft.

Wie «Spiegel Online» weiter berichtet, wurde am Mittwoch unter anderem die Gefängniszelle von Sebastien N. und die eines weiteren Gesinnungsgenossen (Roberto K.) durchsucht, ebenso die Wohnung von Robert S.. Die Hauptbeschuldigten werden demnach vor allem durch Zeugenaussagen belastet.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wollte den Bericht nicht bestätigen oder kommentieren. Das Schweizer Bundesamt für Justiz bestätigte am Mittwoch lediglich, dass die Staatsanwaltschaft Zürich «Hausdurchsuchungen und Einvernahmen» vornehmen ließ.

(L'essentiel Online/dpa)

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