AKW Cattenom – Reaktor-Kühlung falsch verkabelt?
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AKW CattenomReaktor-Kühlung falsch verkabelt?

CATTENOM - Im AKW Cattenom wurde bei den Wartungsarbeiten ein potenziell schwerwiegender technischer Fehler festgestellt. Auswirkungen hatte die Panne keine.

Die Steuerung von vier Ventilen an einem Reservoir für borsäurehaltiges Wasser waren so ausgelegt, dass sie nur über eine einzige von zwei vorgesehenen Steuerkonsolen zu bedienen waren.

Die Steuerung von vier Ventilen an einem Reservoir für borsäurehaltiges Wasser waren so ausgelegt, dass sie nur über eine einzige von zwei vorgesehenen Steuerkonsolen zu bedienen waren.

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Wie der Luxemburger Zivilschutz am Montag mitteilte, wurde bei den planmäßigen Wartungsarbeiten am Reaktorblock 4 des französischen Atommeilers Cattenom ein schwerwiegender Konfigurationsfehler festgestellt. Die Steuerung von vier Ventilen an einem Reservoir für borsäurehaltiges Wasser waren so ausgelegt, dass sie nur über eine einzige von zwei dafür vorgesehenen Steuerkonsolen zu bedienen waren. Der Fehler wurde behoben.

Mit Borsäure vermischtes Wasser dient im primären Kühlkreislauf eines Druckwasser-Reaktors wie jenem in Cattenom dazu, Wärme abzuführen und an den sekundären Kühlkreislauf abzugeben, in welchem dann zur Stromerzeugung Wasserdampf durch Turbinen geschickt wird. Es handelt sich beim Borwasser-Kreislauf also um einen wichtigen Teil des Reaktorkerns. Das Element Bor dient im Reaktor dazu Neutronen zu absorbieren und hilft, den Verlauf der nuklearen Kettenreaktion zu regulieren.

Laut offizieller Mitteilung hat der Fehler, der offiziell auf der Stufe 1 der Internationalen Atomsicherheitsbehörde INES eingestuft wurde, «zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die Sicherheit der Anlage oder auf die Umwelt».

Dritter Störfall in zehn Tagen

Es handelt sich um den dritten Störfall in zehn Tagen, der im Zusammenhang mit der Atomzentrale bekannt wurde. Am 7. Juni war ein Brand eines Transformators außerhalb des Reaktortrakts im Block 1 ausgebrochen. Der Reaktor ist seitdem vom Netz. Nur wenige Tage später kam es zu einem weiteren Störfall im Block drei.

2012 gab es 47 Pannen in Cattenom, also vier pro Monat. Zudem hatte die Anlage bei Stresstests schlecht abgeschnitten. Die Atomzentrale soll noch mindestens bis 2022 in Betrieb bleiben. Erst vor kurzem hatte die Betreibergesellschaft angekündigt, weiteres Personal am Standort einstellen zu wollen.

(L'essentiel Online/mth)

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