Luxemburg: Reallöhne erstmals seit zehn Jahren gesunken

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LuxemburgReallöhne erstmals seit zehn Jahren gesunken

LUXEMBURG – Arbeitnehmer im Großherzogtum haben im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie. Trotzdem blieb unterm Strich weniger übrig, wie Statec-Zahlen zeigen.

Miriam Meinecke
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Miriam Meinecke
ARCHIV - 04.12.2018, Sachsen, Dresden: Banknoten und Bankkarten liegen in einer Geldbörse. Wegen der gestiegenen Verbraucherpreise peilen rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland den Verzicht auf geplante Ausgaben an. (zu dpa: "Umfrage: Rund zwei Drittel achten bei Konsum mehr aufs Geld") Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Vergangenes Jahr blieb trotz mehr Lohn weniger übrig.

Monika Skolimowska/zb/dpa (Symbolbild)

2022 sind die Reallöhne in Luxemburg zum ersten Mal seit zehn Jahren gesunken. Das zeigen Daten, die das Statistikinstitut Statec auf L'essentiel-Anfrage zur Verfügung gestellt hat. Zwar kosteten Arbeitnehmer mit durchschnittlich 81.279 Euro pro Kopf so viel wie noch nie, und haben damit auch so viel verdient wie nie zuvor, doch konnten die Lohnsteigerungen nicht mit der Inflation mithalten.

Während die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr bei 6,3 Prozent lag – insbesondere angetrieben durch die Energiepreise (+41,5 Prozent) – erreichte der Lohnzuwachs, beispielsweise durch die Indextranchen, nur 5,4 Prozent. Die Reallöhne schmolzen somit innerhalb des vergangenen Jahres um 0,9 Prozent – ein Wert, der in Luxemburg seit den vorliegenden Daten ab 1995 mit -1,4 Prozent nur 2012 übertroffen wurde.

Insgesamt sind in den vergangenen 28 Jahren die Reallöhne nur fünf Mal gesunken, z.B. 2008 während der Finanzkrise. Im Vergleich: In Deutschland sind die Nominallöhne laut Statistischem Bundesamt 2022 bereits zum dritten Mal in Folge gesunken und zwar um 3,1 Prozent. Während die Verbraucherpreise dort um 6,9 Prozent stiegen, erreichten die Löhne nur ein Plus von 3,1 Prozent.

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