Ultimatum – Rebellen drohen mit Bürgerkrieg in 24 Stunden

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UltimatumRebellen drohen mit Bürgerkrieg in 24 Stunden

Die syrischen Rebellen haben Präsident Assad ein Ultimatum bis Freitagmittag gestellt: Ist dann der Friedensplan nicht umgesetzt, dürfte der Konflikt eskalieren.

Ein Sprecher der Rebellenarmee übermittelte das Ultimatum an das Assad-Regime am Donnerstagmorgen in einem Video, das via Internet verfügbar war.

Ein Sprecher der Rebellenarmee übermittelte das Ultimatum an das Assad-Regime am Donnerstagmorgen in einem Video, das via Internet verfügbar war.

AFP

Ab Freitagvormittag, 11 Uhr, könnte in Syrien ein offener Bürgerkrieg herrschen. Die Rebellen haben Präsident Baschar al-Assad ein entsprechendes Ultimatum gestellt. Das Regime erhält bis am Freitagmittag Zeit, um den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan umzusetzen und die Gewalt im Land zu beenden.

Wenn sich die Regierung nicht an die Frist halte, fühle sich auch die Führung der Freien Syrischen Armee (FSA) an «keine Zusage» aus dem Plan mehr gebunden, erklärte die vor allem aus desertierten Soldaten bestehende Rebellenarmee. Sie sehe ihre Pflicht dann darin, die Zivilbevölkerung zu beschützen.

«Annan-Plan beerdigt»

Nach dem «barbarischen Massaker an Frauen und Kindern in Hula» sei durch nichts mehr zu rechtfertigen, dass sich die Rebellen «einseitig» an die von Annan vermittelte Waffenruhe hielten, hieß es in der Erklärung. Assad habe den Annan-Plan «vor den Augen der Weltöffentlichkeit beerdigt».

Syrische Regierungstruppen haben derweil nach Angaben von Aktivisten erneut den Bezirk Hula unter Feuer genommen. Dabei seien am Donnerstag meist schwere Maschinengewehre eingesetzt worden, erklärten das Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees. Beide Gruppen teilten mit, ein junger Mann sei in Hula von einem Heckenschützen getötet worden.

In Hula waren in der vergangenen Woche mehr als 100 Menschen getötet worden. Überlebende machten regierungstreue Milizionäre für die meisten Morde verantwortlich. Die syrische Regierung beschuldigte «bewaffnete Terroristen», das Massaker begangen zu haben.

USA signalisiert Eingreifbereitschaft

Die amerikanische UNO-Botschafterin Susan Rice hatte zuvor in New York angedeutet, dass die Staatengemeinschaft notfalls bereit sein müsse, die Syrien-Krise ausserhalb des UNO-Sicherheitsrats zu lösen.

(L'essentiel Online/jam/kri/sda/dapd)

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