Konferenz abgesagt – Rechtsextremist Soral wird nicht in Luxemburg reden

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Konferenz abgesagtRechtsextremist Soral wird nicht in Luxemburg reden

LUXEMBURG - Eine Konferenz des Antisemiten und Rechtsextremisten Alain Soral, die am Donnerstag in einem hauptstädtischen Hotel geplant war, wurde abgesagt.

Eine für Donnerstagabend 19 Uhr im Parc Hotel Belle-Vue in Luxemburg geplante Konferenz des bekennenden Rechtsextremisten und Islam-Kritikers Alain Soral wurde laut Informationen von L’essentiel am Mittwochmorgen kurzfristig von der Geschäftsleitung des Hotels abgesagt. «Wir wurde erst am Freitag informiert, wer der Redner sein sollte. Nach Recherchen haben wir dann herausgefunden, wer Alain Soral ist», so Jerry Maes, Geschäftsführer des Hotels. «Wir haben der Organisation am Dienstagmorgen eine Absage erteilt und erwarten, dass er die Ankündigung von seiner Webseite entfernt».

Die Konferenz zum Thema «Inversion des valeurs et nouvel ordre mondial» («Umkehrung der Werte und neue Weltordnung») sei unter einer anderen Bezeichnung über Sorals Organisation «Égalité et Réconciliation» («Gleichheit und Versöhnung») angefragt worden, ohne dass Soral als Redner genannt wurde.

Redenschreiber Le Pens

Der Franco-Schweizer war zeitweise als Mitglied der ausländerfeindlichen und nationalistischen Partei «Front National» Reden-Schreiber von Jean-Marie Le Pen. Soral gilt als bekennender Antisemit, Islam-Kritiker, Gegner der Homo-Ehe und Vertreter der «braun-roten» Bewegung, die marxistische und rechtsextremes Gedankengut vereint. 2007 gründete er die politische Gruppe «Égalité et Réconcilaition», die unter dem Motto «Gauche du travail, droite des valeurs»(«Links für die Arbeit, rechts für die Werte») für eine «nationale Versöhnung» wirbt.

Soral wird zudem als ideologische «graue Eminenz» des offen antisemitischen französischen Komikers Dieudonné M’bala M’bala gesehen, dessen Auftritte in mehreren Ländern verboten wurden, nachdem er auf der Bühne krude Witze über Juden machte und den Holocaust verharmlost. 2009 kandidierten beide für die angeblich von der Hizbollah finanzierten «Liste antisioniste» bei den Europawahlen. Soral spielte 2012 in Dieudonnés verbotenen Film «L'Antisémite» eine Rolle. Soral erregte darüber hinaus Empörung, als ein Foto im Netz veröffentlicht wurde, auf dem er vor dem Holocaust-Mahnmal in Berlin den so genannten «Quenelle»-Gruß macht, also eine mittlerweile als «umgekehrter Hitler-Gruß» bekannte antisemitische Geste.

(L'essentiel/mth/jv)

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