Formel 1: Red Bull gibt den Budget-Skandal zu – Fans wüten wegen Mini-Strafe

Publiziert

Formel 1Red Bull gibt den Budget-Skandal zu – Fans wüten wegen Mini-Strafe

Es kommt wohl zur Kehrtwende im Budgetstreit in der Formel 1. So wird Red Bull dem Vernehmen nach die Missachtung des Budgets zugeben – und dafür eine Strafe kassieren. Die Fans sind bereits jetzt wütend.

von
Nils Hänggi
Max Verstappen wird seinen WM-Titel 2021 wohl nicht verlieren. 

Max Verstappen wird seinen WM-Titel 2021 wohl nicht verlieren. 

AFP

Bis zuletzt betonte der österreichische Formel-1-Rennstall Red Bull vehement, in der Saison 2021 nicht gegen die damals gültige Budgetdeckelung von rund 150 Millionen Euro verstoßen zu haben. Und das, obwohl der Motorsport-Weltverband bei der Verleihung der Zertifikate Anfang Oktober bereits von einem «geringfügigen Verstoß» sprach. Ja, der Rennstall reagierte auf das Urteil mit «Überraschung und Enttäuschung». 

Nun soll bei Red Bull jedoch ein Sinneswandel eingetreten sein. Das berichten mehrere Fachmagazine wie Motorsport-Total.com, und auch der «Guardian» schreibt dies. Gemäß den Meldungen hat sich der Rennstall dazu bereit erklärt, ein «Accepted Breach Agreement» zu unterschreiben. Das bedeutet, dass Red Bull den Verstoß öffentlich anerkennt und die verhängte Strafe akzeptiert. Das Gleiche gilt für Aston Martin, das Verfahrensfehler begangen hat. 

WM-Titel 2021 wohl nicht in Gefahr

Offiziell soll das Ganze noch vor dem Start zum GP Mexiko werden – das Schuldeingeständnis, Hintergründe zur Überschreitung sowie auch Details zur Strafe. Der Rennstall soll einerseits Cateringausgaben genauso wie Lohnzahlungen im Kündigungs- und Krankheitsfall nicht eingerechnet haben. Außerdem soll die Abrechnung von nicht gebrauchten Ersatzteilen für Unstimmigkeiten gesorgt haben.

Die Strafe des Automobil-Weltverbands FIA wird laut Medienberichten finanzielle als auch sportliche Folgen haben. Letztere beinhalten eine Reduktion der erlaubten Windkanal-Arbeiten und der Nutzung der CFD-Werkzeuge. Bitter für Red Bull: Als Weltmeister in der Konstrukteurswertung 2022 bekommt das Team ohnehin weniger Windkanal- und CFD-Zeitfenster.

Die Höhe der Überschreitung soll derweil bei rund 1,8 Millionen Euro liegen. Sollten diese Dinge stimmen – und danach sieht es gemäß den Fachmagazinen derzeit aus –, kann Weltmeister Max Verstappen definitiv aufatmen. So wäre in Theorie auch ein Punktabzug möglich gewesen. Dann hätte der Niederländer seinen WM-Titel 2021 verloren.

«Eine Frechheit»

Red-Bull-Teamchef Christian Horner warb bereits vor dem GP USA um Verständnis für den österreichischen Rennstall. Er sagte: «Eine solche Einreichung kann gut 75.000 Datenpunkte umfassen. Das ist unheimlich viel.» Das müsse man bedenken. «Ich halte es deshalb für nur normal, dass es im ersten Jahr unter so komplizierten Regeln fast unmöglich ist, alles richtig zu machen.» 

Stunk gibt es dennoch. Auf Social Media ereifern sich bereits mehrere Fans. Ein Twitter-User meint: «Eine Frechheit! Verstappen sollte der Titel aberkannt werden.» Jemand anders schreibt: «Gibt es keine Richtlinien für eine Bestrafung? Oh nein, tut mir leid, es ist die FIA – natürlich nicht.» Hintergrund dieser Aussage ist vermutlich das «Accepted Breach Agreement». 

So berichtet Sky Sports, dass der Weltverband von einer Hammer-Strafe absieht, weil sich der Rennstall schuldig bekannt hat. Die FIA habe Red Bull demnach angeboten, mit einer Geldstrafe sowie einer Einschränkung der aerodynamischen Tests in der kommenden Saison davonzukommen, wenn die Österreicher ihr Fehlverhalten einräumten. Hätte das Team die Schuld nicht zugegeben, wäre hingegen ein nachträglicher Punktabzug möglich gewesen.

Deine Meinung

0 Kommentare