Venezuela – Regen, Polizei und Aufruf verhindern Gewalt

Publiziert

VenezuelaRegen, Polizei und Aufruf verhindern Gewalt

Starker Regen, ein massives Polizeiaufgebot und der Aufruf zur Gewaltlosigkeit verhinderten gestern Schlimmeres in Venezuela. Die Krise ist damit aber nicht beigelegt.

Die befürchteten Zusammenstöße zwischen Anhängern von Regierung und Opposition in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind ausgeblieben. Starker Regen, ein massives Polizeiaufgebot und der Aufruf zur Gewaltlosigkeit von Oppositionsführer Leopoldo López trugen maßgeblich dazu bei, dass es am Dienstag trotz mehrerer Großdemonstrationen auf den Straßen der Stadt friedlich blieb. Allerdings gab es andernorts schwere Ausschreitungen.

Der mit Haftbefehl gesuchte Lopez hatte sich zuvor nach mehreren Tagen im Untergrund der Polizei gestellt. In einer kurzen Ansprache in Caracas wandte er sich per Megafon an die mehr als 10 000 Anhänger: «Wir haben nichts zu verbergen», rief er. Er habe keine Angst vor der Haft. Wenn dadurch Venezuela aufwache und die korrupte Justiz und das wirtschaftliche Destaster von 15 Jahren sozialistischer Herrschaft sehe, sei es das wert, ins Gefängnis zu gehen, sagte er, trat vom Podium und lieferte sich der Polizei aus.

11 Verletzte, davon drei mit Schussverletzungen

López ist einer der bekanntesten Widersacher von Präsident Nicolás Maduro. Dieser hatte ihm nach Ausschreitungen mit drei Toten am vergangenen Mittwoch vorgeworfen, einen «faschistischen» Putsch vorbereitet zu haben und einen Haftbefehl gegen ihn veranlasst.

In Valencia, der drittgrößten Stadt des Landes, kam es am Dienstag zu schweren Krawallen. Elf Demonstranten wurden verletzt, mindestens drei hätten Schussverletzungen erlitten, eine Frau befinde sich mit einem Kopfschuss in kritischem Zustand, erklärte Bezirksbürgermeister Enzo Scrano, der Mitglied einer Oppositionspartei ist.

(L´essentiel/ sda)

Deine Meinung