«Gods of Egypt» – Regisseur entschuldigt sich für «weiße Besetzung»

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«Gods of Egypt»Regisseur entschuldigt sich für «weiße Besetzung»

Ein Schotte und ein Däne spielen im Film «Gods of Egypt» die Hauptrollen. Eine Fehlbesetzung, wie nun auch die Macher einsehen.

«Casting hätte sich durch mehr Vielfalt auszeichnen sollen»: Der Schotte Gerard Butler spielt in «Gods of Egypt». (Screenshot: Trailer «Gods of Egypt»)

«Casting hätte sich durch mehr Vielfalt auszeichnen sollen»: Der Schotte Gerard Butler spielt in «Gods of Egypt». (Screenshot: Trailer «Gods of Egypt»)

Wenige Monate vor dem Kinostart von «Gods of Egypt» leistet der federführende Regisseur Alex Proyas Abbitte für die Besetzung fast ausschließlich weißer Hauptdarsteller für den Fantasyfilm. Das Casting hätte sich durch mehr ethnische Vielfalt auszeichnen sollen, räumte der australische Filmemacher in einer Erklärung ein. Die zuständige Produktionsfirma Lionsgate gab eine ähnliche Entschuldigung heraus.

Damit beugten sich der Australier Proyas und die Verantwortlichen der Kritik, die nach dem Erscheinen des Trailers von «Gods of Egypt» an der Rollenbesetzung aufgeflammt war. Neben dem Schotten Gerard Butler gehört der Däne Nikolaj Coster-Waldau zu den Hauptdarstellern in dem in der altägyptischen Mythologie und dem nordafrikanisch-arabischen Raum angesiedelten Film. Mit von der Partie ist der Afroamerikaner Chadwick Boseman und dessen französisch-kambodschanische Kollegin Elodie Yung.

Kritik wegen weißer Darsteller

Filme zu machen, die die Vielfalt des Publikums widerspiegeln, sei Lionsgate sehr wichtig, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit, die zunächst vom Forbes-Magazin veröffentlicht wurde. Man räume ein, dass Lionsgate dafür verantwortlich sei, dass Castingentscheidungen auch die in Filmen porträtierten Epochen reflektierten. «In diesem Fall haben wir dabei versagt, unseren eigenen Standards der Sensibilität und Vielfalt gerecht zu werden.» Man werde es künftig besser machen.

«Gods of Egypt» kommt Ende Februar in die Kinos. Vor dem Mea Culpa von Proyas und Lionsgate hatte es ähnliche Kontroversen gegeben. So war Ridley Scotts Bibelverfilmung «Exodus: Götter und Könige», in der Christian Bale als Moses und Joel Edgerton als Ramses zu sehen sind, ebenfalls wegen der Besetzung mit überwiegend weißen Hauptdarstellern für Kritik gesorgt.

«Exodus» und «Aloha» sind weitere Beispiele

Damals wischte Regisseur Scott die Vorwürfe mit dem Hinweis beiseite, dass er seine Projekte in Hollywood anders nicht finanziert bekomme. Wenn er «Mohammad so und so von da und dort» gecastet hätte, hätte er kein Geld für den Film bekommen, sagte er dem Fachblatt Variety. Der Nachrichtenagentur AP sagte Scott im Dezember 2014 dazu: «Es ist immer Kunst gegen Wirtschaft. Sobald Du in der höheren Ebene der Finanzierung, musst Du den Film realisieren und der einzige Weg, den Film zu tragen sind Schauspieler, die das Budget tragen können.»

Anfang des Jahres bekam dann Filmemacher Cameron Crowe für seine Romantikkomödie «Aloha» Gegendwind, weil er für eine Protagonistin chinesisch-hawaiianisch-schwedischer Herkunft die Schauspielerin Emma Stone auswählte, die europäische Wurzeln hat. Im Juni erklärte Crowe, dass die Figur von vornherein eine Person sein sollte, die frustriert darüber sei, dass die äußerlichen Merkmale ihrer ethnischen Herkunft nicht so sichtbar seien. Zugleich entschuldige er sich bei jenen, die seine Entscheidung als «merkwürdig oder fehlgeleitet» einstuften.

(L'essentiel/chk/dapd)

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