Geldanlage – Reich werden mit Google-Auswertungen
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GeldanlageReich werden mit Google-Auswertungen

Google, Facebook und Twitter können nützlich sein, wenn es ums Geldanlegen geht. Das glaubt der größte Vermögensverwalter der Welt.

Das Hauptquartier von Blackrock in New York.

Das Hauptquartier von Blackrock in New York.

Mark Lennihan

Die Firma Blackrock kennt kaum ein Bürger – aber jeder Konzernmanager. Mit 4,1 Billionen Dollar Vermögen und Aktien von unzähligen Großunternehmen aus aller Welt ist Blackrock der Gigant der Finanzwelt und gilt als einflussreichste Fondsgesellschaft.

Damit dies so bleibt, hat der größte Vermögensverwalter der Welt eine Spezialeinheit aufgebaut, die den Traum vom ständigen Börsengewinn wahr machen soll, schreibt die FAZ.

Ziel ist es, in jedem Moment Geld zu verdienen, egal, ob die Börsenkurse gerade fallen oder steigen. Algorithmen, also Computerformeln, programmiert und ausgewertet von 90 Mitarbeitern, die Blackrock eigens dafür angestellt hat, sollen dies möglich machen.

Sekündlich bei Google

Die Programme durchforsten die Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Co., aber auch Google. So soll rechtzeitig gekauft oder verkauft, Gewinne eingestrichen oder Verluste vermieden werden. Wird in der Suchmaschine ein Begriff überdurchschnittlich oft gesucht, gelte dies als Indiz für einen neuen Trend. In die Aktie der Firma zu investieren, die dieses Produkt herstellt, sollte sich also lohnen.

Als negativ interpretieren es die Blackrock-Spezialisten dagegen, wenn eine Aktie zu häufig in speziellen Anleger-Foren im Internet genannt wird. Dann hat, so ihre Interpretation, eine zu große Zahl von Investoren bereits von der Aktie gehört, ihr Kurspotenzial ist also möglicherweise ausgereizt.

Wie ein Hedgefonds kann Blackrock dabei auf steigende und auch fallende Kurse setzen und theoretisch an jeder Kursbewegung verdienen. Ob die Bemühungen fruchten, lässt sich in einem internen Blackrock-Report überprüfen. 2013 soll das Plus 18 Prozent, im darauffolgenden Jahr 4 Prozent und 2015 bislang 3,5 Prozent betragen haben. Trotzdem ist Simon Weinberger von Blackrock Europa, von seiner Strategie überzeugt: «Wir erarbeiten uns einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Investoren, der sich in höheren Erträgen auszahlen soll.»

Exorbitant teuer

Blackrock gab dem Datenanalysesystem den Namen Aladdin. Es besteht aus einem Heer von Analysten und rund 5000 Großrechnern, verteilt auf vier Rechenzentren, deren Standorte geheim sind und die 200 Millionen Kalkulationen pro Woche ausführen. Intern wird es eine Art Kernspintomografie für die Anlageportfolios genannt.

Doch die Strategie ist teuer. Anleger müssen für den Fond fast zwei Prozent laufende Gebühren zahlen und beim Erfolg fast 30 Prozent. Diese werden dann fällig, wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung erzielt als der Geldmarktzins Libor. Das Analysehaus Morningstar kritisiert denn auch die «exorbitant hohen Gebühren».

(L'essentiel/cls)

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