Teleskop-Trick – Rekordblick ins Weltall

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Teleskop-TrickRekordblick ins Weltall

Es ist, als würde man von Luxemburg aus eine Zeitung in Los Angeles lesen: Mit bisher unerreichter Schärfe haben Astronomen in das Herz einer fernen Galaxie gespäht.

Dank eines Teleskop-Tricks haben es deutsche Wissenschaftler geschafft, mit zweimillionenfacher Vergrößerung auf das zentrale Schwarze Loch einer mehr als fünf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie zu blicken. Dies berichtete die Europäische Südsternwarte ESO am Mittwoch in Garching bei München.

Für den Rekordblick hatte das internationale Astronomenteam drei große Radioteleskope in Chile, den USA und auf Hawaii zusammengeschaltet. So entstand ein virtuelles Riesenteleskop mit tausenden Kilometern Durchmesser. Die Detailschärfe eines Teleskops hängt von seinem Durchmesser ab. Der Blick des virtuellen Superteleskops ist dadurch rund zwei Millionen Mal schärfer als der des menschlichen Auges, wie die ESO erläuterte. Das ist, als ließe sich aus Frankfurt am Main – bzw. aus Luxemburg – eine Zeitung in Los Angeles lesen, wie das federführende Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn ergänzte.

Gigantisches Schwarzes Loch

Die Messungen zeigten, dass die Radiosignale der Galaxie mit der Katalognummer «3C 279» aus einem eng begrenzten Bereich im Zentrum kommen. Die Astronomen vermuten dort ein gigantisches Schwarzes Loch mit der Masse von rund einer Milliarde Sonnen. Wegen der enormen Entfernung der Galaxie konnte jedoch selbst das Superteleskop die Umgebung des Schwarzen Lochs nicht in allen Einzelheiten zeigen.

Die Technik, mit der zuvor bereits andere Radioteleskope zusammengeschaltet wurden, soll nun weiterentwickelt und mit anderen Teleskopen ergänzt werden. So hoffen Astronomen, noch detaillierter in ferne Galaxien blicken zu können und vielleicht einmal den Schatten des zentralen Schwarzen Lochs in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, direkt zu erspähen.

(L'essentiel Online/sda)

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