Terroristen von Paris – Rekrutierten Drahtzieher Flüchtlinge in Ungarn?
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Terroristen von ParisRekrutierten Drahtzieher Flüchtlinge in Ungarn?

Mehrere Attentäter der Anschläge in Paris sollen Flüchtlinge gewesen sein. Die ungarische Regierung bekräftigt diese Vermutung.

Mehrere Attentäter von Paris sollen in Ungarn rekrutierte Flüchtlinge gewesen sein: Salah Abdeslam wird mit der Rekrutierung in Verbindung gebracht.

Mehrere Attentäter von Paris sollen in Ungarn rekrutierte Flüchtlinge gewesen sein: Salah Abdeslam wird mit der Rekrutierung in Verbindung gebracht.

AP

Einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris hat nach Angaben der ungarischen Regierung aus Flüchtlingen am Budapester Bahnhof «ein Team rekrutiert». «Einer der Hauptorganisatoren der terroristischen Angriffe von Paris war am Bahnhof Keleti in Budapest, wo er eine Mannschaft unter denjenigen (Migranten) rekrutiert hat, die sich geweigert hatten, sich registrieren zu lassen, und hat das Land mit ihnen verlassen», sagte Regierungssprecher Janos Lazar bei einer Pressekonferenz in Budapest.

Zur Identität der Betreffenden und zum Zeitpunkt des Vorfalls machte Lazar keine Angaben. Auch ob die Rekrutierten an den Pariser Anschlägen vom 13. November beteiligt waren, sagte er nicht. Bis Ungarn seine Grenze zu Serbien am 15. September vollständig geschlossen hatte, hatten am Budapester Bahnhof täglich tausende Flüchtlinge und Migranten auf ihre Weiterreise gewartet.

Auto von Salah Abdeslam war in Ungarn

Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Ermittlerkreisen in Paris, dass ein Auto, das der weiterhin gesuchte Schlüsselverdächtige Salah Abdeslam gemietet hatte, am 17. September in Ungarn geortet worden sei. Ob Abdeslam sich selbst dort aufgehalten hatte und wenn ja, ob er in Begleitung war, war den Angaben zufolge aber unklar.

Am 9. September war Abdeslam in Österreich bei einer Routinekontrolle überprüft worden, wie das Innenministerium in Wien am 17. November mitgeteilt hatte. Er gab damals an, eine Woche Urlaub in Österreich machen zu wollen, und durfte mit seinen Begleitern weiter fahren.

«Die Quote erhöht die Terrorbedrohung»

Die Regierung des ungarischen Ministerpräsident Viktor Orban vertritt eine äußerstken restriktive Flüchtlingspolitik und hat zur Abwehr von Einwanderern mehrere Grenzzäune errichten lassen. Am Donnerstag reichte sie Klage beim Europäischen Gerichtshof gegen die von der EU beschlossene Flüchtlingsverteilung ein. Außerdem startete sie eine groß angelegte Medienkampagne gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. In überregionalen Tageszeitungen erschienen ganzseitige Anzeigen, in denen auf schwarzem Hintergrund stand: «Die Quote erhöht die Terrorbedrohung.»

Auch in anderen Kampagnen wurden Flüchtlinge als Bedrohung der inneren Sicherheit dargestellt: «Wir wissen nicht, wer sie sind und was ihre Absichten sind», hieß es oder «Wir wissen nicht, wie viele versteckte Terroristen unter ihnen sind».

Mindestens zwei der Pariser Attentäter hatten sich als Flüchtlinge ausgegeben und waren im Oktober auf der griechischen Insel Leros registriert worden.

(L'essentiel/ofi/afp)

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