Arbeiten bis 68 Jahre – Rentenreform soll 2013 in Kraft treten
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Arbeiten bis 68 JahreRentenreform soll 2013 in Kraft treten

LUXEMBURG - Das Reformprojekt für die Renten der Zukunft steht. Die Nachbesserungen bringen vor allem Frauen Vorteile, die sich um ihre Kinder kümmern wollen.

Studienjahre werden bei der Berechnung der Rente weiter berücksichtigt.

Studienjahre werden bei der Berechnung der Rente weiter berücksichtigt.

DPA

Wer in Zukunft die gleiche Rente will, die er heute bekommen würde, muss drei Jahre länger arbeiten. Das ist das Grundprinzip der Reform, die Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo (LSAP) zu Wochenanfang ins Parlament eingebracht und am Donnerstag vorgestellt hat.

Die längere Lebensarbeitszeit soll freiwillig sein. Wer lieber früher in Rente geht, muss mit Einbußen von 14 Prozent im Vergleich zu einer heutigen Rente rechnen.

Arbeiten bis zum 68. Lebensjahr

Auch wenn das gesetzliche Renteneintritttsalter bei 65 Jahren bleibt, kann bis zum 68. Lebensjahr gearbeitet werden, wenn dies die volle Ausschöpfung der 43 Arbeitsjahre bedeutet. Das stellte der Minister am Donnerstagmorgen klar.

Zudem gibt es einige Nachbesserungen im Vergleich zu den bekannten Prinzipien der Rente von Morgen: Diese kommen vor allem Frauen zu Gute, die ihre Karriere unterbrechen, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

So können Frauen bis zu zwei Jahre aus ihrer Berufstätigkeit aussteigen, in denen der Staat ihre Rentenzahlungen übernimmt. Wer sich bis zu weiteren vier Jahren Erziehungsurlaub nimmt, dem werden diese Jahre zwar angerechnet, er muss allerdings selbst für die Einzahlungen in die Rentenkasse aufkommen. Die Konditionen dafür verbessern sich: Werden aktuell 300 Euro an Einzahlungen pro Monat für die Mindestrente fällig, sind dies ab 2013 nur noch 100 Euro.

Studienjahre zählen

Auch wer lange studiert, kann seine Studienjahre in die Rente einfließen lassen. Im Alter von 20 bis 27 Jahren zählen die Studienjahre zur Lebensarbeitszeit, allerdings ohne dazugehörige Einzahlungen in die Rentenkasse. Im Prinzip bleiben Studenten, die sieben Jahre Studium anrechnen lassen, also nur noch 33 Arbeitsjahre für die minimale Lebensarbeitszeit.

Die Eckdaten des Reformprojekts hatte Mars Di Bartolomeo bereits vor einem guten Jahr vorgestellt. Seither war die Debatte angeregt. Sowohl Gewerkschaften als auch Unternehmer hatten die Vorschläge in der vorliegenden Version scharf kritisiert.

sb/L'essentiel Online mit Patrick Théry

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