Köln (D) – Rentner verkauft 4000 Schweine seiner toten Frau
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Köln (D)Rentner verkauft 4000 Schweine seiner toten Frau

Seine Frau liebte Schweine und sammelte sie in jeder erdenklichen Form. Vor einem Jahr starb sie. Ihr Mann möchte die Sammlung in ihrem Gedenken für einen guten Zweck verkaufen.

Der Rentner Rudolf Lausberg aus der westdeutschen Stadt Köln sucht Abnehmer für eine schier unüberschaubare Sammlung an Deko-Schweinen.

Seine am 29. November letzten Jahres verstorbene Frau Hannelore habe sie einst gesammelt, sagte der 85-Jährige Rudolf Lausberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die ganze Wohnung stehe nun damit voll, etwa auch das ehemalige Kinderzimmer. «Stoffschweine, Eisenschweine, Glasschweine – in allen Variationen.» Hinzu kämen auch noch Bilder mit Schweine-Motiven und Bücher über Schweine.

Lustige Ehe

Mehrere Kölner Medien hatten über den 85-Jährigen und seine Sammlung berichtet. Die Leidenschaft seiner Frau stamme noch aus Kinderzeiten: «Meine Frau hatte in ihrer Geburtsstadt Berlinchen (heutige Stadt Barlinek in Polen, Anmerkung der Redaktion) ein Schwein, das sie sehr gern gehabt hat. Eines Tages haben wir auf der Schildergaße ein Schweinchen in einem Schaufenster gesehen, das sie daran erinnert hat. Das war in den 1970ern. Wir haben es damals für 100 Mark gekauft, was viel Geld war. Aber sie war glücklich», erzählt Lausberg «Express».

Das Paar war 58 Jahre lang verheiratet. «Wir hatten eine lustige Ehe, sagt der Kölner. Er schätzt die Schweine-Sammlung heute auf rund 4000 Exemplare. Jetzt möchte er die Sammlung seiner Frau verkaufen, damit sie nicht irgendwann im Müll landet. «Ich würde am liebsten alle auf einmal an jemanden abgeben. Sie einfach wegzugeben, wäre nicht im Sinne meiner Frau. Das wäre so, als würden sie mir nichts bedeuten», sagt der 85-Jährige.

Erlös wird gespendet

Die Idee des 85-Jährigen ist, dass zumindest ein Teil der Sammlung einem guten Zweck zugute kommen soll. Er denkt an eine Spende für die Flutopfer im Ahrtal. Dafür bräuchte er aber Käufer. Etwa 4000 Euro sollten es schon sein, denkt er. Die Stofftiere möchte er direkt an die Flutopfer spenden und ein großes Sparschwein soll in einer Kirche aufgestellt werden, damit weiter Spenden für die Betroffenen gesammelt werden können.

Lausberg ließ seine Frau in all den Jahren schweinemäßig frei gewähren, wie er erklärte. «Ich hatte ja selber Freude, dass meine Frau so viel Spaß daran hatte.» Ob er vielleicht ein, zwei Schweinchen behalten würde, ist nicht bekannt.

(L'essentiel/dpa/roa)

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