Israels Verteidigungsminister – «Retten kann uns nur, dass Kerry uns in Ruhe lässt»

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Israels Verteidigungsminister«Retten kann uns nur, dass Kerry uns in Ruhe lässt»

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon kritisiert den Friedensplan von US-Aussenminister John Kerry und unterstellt ihm «unverständliche Besessenheit».

US-Aussenminister John Kerry wurde von Israels Verteidigungsminister persönlich beleidigt. (Bild: Keystone/AP/J. Scott Applewhite)

US-Aussenminister John Kerry wurde von Israels Verteidigungsminister persönlich beleidigt. (Bild: Keystone/AP/J. Scott Applewhite)

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon hat US-Außenminister John Kerry nach einem Medienbericht persönlich herabgewürdigt und dessen Friedensplan scharf kritisiert. Laut der israelischen Tageszeitung «Jediot Ahronot» sagte Jaalon, Kerry sei «angetrieben von einer unverständlichen Besessenheit und messianischem Eifer».

Der US-Minister könne ihm «nichts erzählen vom Konflikt mit den Palästinensern», fuhr der Verteidigungsminister dem Blatt zufolge in privaten Gesprächen fort. «Retten kann uns nur, dass John Kerry den Friedensnobelpreis gewinnt und uns in Ruhe lässt.»

Jaalon, der innerhalb der israelischen Regierung als Falke auftritt, kritisierte insbesondere die US-Vorschläge zu Sicherheitsfragen im Jordantal, das die Ostgrenze eines unabhängigen Palästinenserstaates bilden würde. Die von Kerry und US-General John Allen präsentierten Pläne «sind das Papier nicht wert. Sie garantieren weder Sicherheit noch Frieden», sagte Jaalon demnach.

«Persönliche Beleidigungen unbedingt unterlassen»

Sein Kabinettskollege Juval Steinitz, für internationale Beziehungen zuständig und ein enger Vertrauter von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, kommentierte am Dienstag in einem Radiointerview, auch wenn er inhaltlich mit Jaalon übereinstimme, «sollten wir eines unbedingt unterlassen: persönliche Beleidigungen».

Justizministerin Zipi Livni, Chefunterhändlerin mit den Palästinensern, wählte im Radio schärfere Worte: «Man kann auf verantwortliche Art gegen die Verhandlungen argumentieren, ohne die Beziehungen zu unserem besten Freund zu beschädigen». Die Beziehungen zu den USA seien «unser ausschlaggebender strategischer Trumpf», gab Livni zu bedenken.

(L´essentiel Online/sda)

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