Unwetter in Italien: Retter finden Mattias Leiche – «ich habe ein Grab, an dem ich weinen kann»

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Unwetter in ItalienRetter finden Mattias Leiche – «ich habe ein Grab, an dem ich weinen kann»

Rettungskräfte haben die Leiche des achtjährigen Mattia, der von den Wassermassen aus den Armen seiner Mutter gerissen wurde, gefunden. Die Frau, die nach dem Unglück in einen Schockzustand geraten war, war erst Stunden zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden.

von
Karin Leuthold
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Die Feuerwehr suchte tagelang fieberhaft nach dem achtjährigen Mattia, der am 15. September in der Ortschaft Barbara zusammen mit seiner Mutter von den Wassermassen überrascht wurde. Am 23. September wurde seine Leiche gefunden.

Die Feuerwehr suchte tagelang fieberhaft nach dem achtjährigen Mattia, der am 15. September in der Ortschaft Barbara zusammen mit seiner Mutter von den Wassermassen überrascht wurde. Am 23. September wurde seine Leiche gefunden.

AFP
Der Junge war in den Fluten verschwunden.

Der Junge war in den Fluten verschwunden.

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Nach den heftigen Überschwemmungen in Mittelitalien haben die Rettungskräfte insgesamt zwölf Tote geborgen.

Nach den heftigen Überschwemmungen in Mittelitalien haben die Rettungskräfte insgesamt zwölf Tote geborgen.

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Die Familie von Mattia Luconi ist in tiefster Trauer: Am Donnerstag wurde die Leiche des achtjährigen Mattia gefunden. Der Junge wurde nach den Überschwemmungen in der italienischen Region Marken tagelang vermisst. Nun entdeckte eine Person den leblosen Körper des Kindes zwischen dem Schlamm auf einem Grundstück in der Gemeinde Trecastelli in der Provinz Ancona, etwa 200 Meter vom Ufer des Flusses Nevola entfernt.

Mattia Luconi und seine Mutter Silvia Mereu waren am Abend des 15. September von einem heftigen Gewitter überrascht worden. Als die Wassermassen des über die Ufer getretenen Flusses das Auto, in dem die beiden unterwegs waren, mitrissen, konnte sich die 43-Jährige an einem Baum festhalten. Ihr Sohn rutschte ihr aber aus den Armen und verschwand.

Identität soll mit DNA-Test bestätigt werden

Seither hatten Rettungskräfte unermüdlich nach dem Buben gesucht. In den letzten Tagen waren ein Teil seines Sweatshirts, ein Schuh und sein Rucksack aufgetaucht. Nun haben die Retter und Retterinnen die Leiche bergen können.

Wie «Corriere della Sera» berichtet, gebe es noch keine offizielle Bestätigung, dass es sich bei den Überresten um Mattia handelt. Ein DNA-Test soll dies bestätigen. Doch anhand der Kleidung vermuten die Behörden, dass es das vermisste Kind ist. Die Leiche wird zur Untersuchung nach Ancona gebracht.

«Ich hatte gehofft, dass sie ihn nie wieder finden»

Sein Vater, Tiziano Luconi, hatte die Hoffnung aufgegeben, seinen Sohn lebend zu finden. Nach Entdeckung der Leiche sagte der 38-Jährige: «Ich hatte gehofft, dass sie ihn nie wieder finden.» Erst am Donnerstag hatte Mattias Mutter das Krankenhaus in Senigallia verlassen können, wo sie nach dem Unglück im Schockzustand eingeliefert worden war. Silvia Mereu hatte vor, an den Ort zurückzukehren, an dem ihr Sohn verschwunden war.

Kurz nach ihrer Krankenhausentlassung hatte Mereu einem Reporter der Zeitung «Il Messaggero» gesagt, dass sie es für unmöglich halte, Mattia lebend zu finden. «Aber ich möchte wenigstens ein Grab haben, an dem ich weinen kann.»

Die Opferzahl nach der Unwetter-Katastrophe stieg damit auf zwölf. Eine 56-jährige Frau wurde am Freitag noch vermisst. Die Leiche ihrer 17-jährigen Tochter wurde am Donnerstag gefunden. Der Sohn der Vermissten hatte sich gerettet, als er sich an jenem Tag zwei Stunden lang an einem Baum festklammerte, während die Schlamm- und Gerölllawine alles um ihn herum mit sich rissen.

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