Diskriminierung? – Rettungsdienst stellt ein, aber nur Luxemburger

Publiziert

Diskriminierung?Rettungsdienst stellt ein, aber nur Luxemburger

LUXEMBURG – Ein Job als Berufssanitäter beim Rettungsdienst steht nur Luxemburgern offen. Bei Ehrenamtlichen, die nicht die luxemburgische Staatsbürgerschaft haben, sorgt das für Ärger.

Wer beruflich beim Zivilschutz als Sanitäter anfangen will, muss einen luxemburgischen Pass besitzen.

Wer beruflich beim Zivilschutz als Sanitäter anfangen will, muss einen luxemburgischen Pass besitzen.

Editpress

Um das Personal beim Zivilschutz aufzustocken, sucht das Ministerium des öffentlichen Diensts derzeit zwölf Berufssanitäter für den Rettungsdienst. Um diesen Job - den es erst seit dem vergangenen Jahr als bezahlten Beruf gibt - jedoch zu erhalten, muss der Bewerber Luxemburger sein. Eine Situation, die mehr als nur einen möglichen Kandidaten ärgert. So mancher Ehrenamtliche des Zivilschutzes hätte sich gerne auf eine der Stellen beworben. Wie der Belgier Paul (Name von der Redaktion geändert), der sein Ehrenamt nun aus Frust an den Nagel gehängt hat. Seine Chefin, die ebenfalls unerkannt bleiben will, findet das schade: «Ich verliere einen qualifizierten und kompetenten Sanitäter».

Paul Schroeder, im Innenministerium für die Rettungsdienste zuständig, bestätigt die Praxis: «Diese Stellen sind tatsächlich Luxemburgern vorbehalten. Dies zu ändern, könnte bei der Reform des öffentlichen Dienstes allerdings noch einmal durchdacht werden». Bis dahin schlägt Paul sarkastisch vor, das Motto des Zivilschutzes, «Fir Dech an fir deng Land», zu überdenken und in «Für das Land, in dem du die Staatsbürgerschaft besitzt» zu ändern.

L'essentiel Online/Chris Mathieu

Deine Meinung