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Häusliche GewaltRheinland-Pfalz: Mehr Plätze in Frauenhäusern

Aus Sorge vor einer möglicherweise zunehmenden häuslichen Gewalt durch die Ausgangsbeschränkungen erhöht Rheinland-Pfalz die Anzahl der Plätze in den Frauenhäusern.

Aus Sorge um eine mögliche Zunahme häuslicher Gewalt hat Rheinland Pfalz die Plätze in den Frauenhäusern aufgestockt.

Aus Sorge um eine mögliche Zunahme häuslicher Gewalt hat Rheinland Pfalz die Plätze in den Frauenhäusern aufgestockt.

DPA/Maja Hitij

Fachleute gehen von einer Zunahme der häuslichen Gewalt in der Corona-Krise aus – Rheinland-Pfalz hat deshalb die Plätze in den Frauenhäusern aufgestockt. Zu den 286 gut ausgelasteten Plätzen für Frauen in den 17 Einrichtungen des Landes kämen ab sofort 34 Plätze in einem Haus im Norden des Landes hinzu, sagte Frauen- und Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) am Freitag in Mainz. Die Finanzierung dieser neuen Plätze - inklusive zweier pädagogischer Fachkräfte - sei zunächst für drei Monate bis Ende Juni gesichert. Einzelheiten zu der Einrichtung und dem Standort nannte Spiegel nicht, um Opfer nicht zu gefährden.

Noch sei die Zahl der Anrufe von Frauen in Not bei den Beratungsstellen und Notrufen nicht gestiegen. «Die Erfahrungen aus China, Italien und Frankreich zeigen aber, dass damit zu rechnen ist.» Die Beschränkungen des Lebens, existenzielle Sorgen und räumliche Enge könnten nach Einschätzung von Fachleuten zu Aggressionen führen -– insbesondere in Familien, deren Zusammenleben ohnehin schon sehr konfliktreich oder sogar von Gewalt überschattet ist.

Zu wenig Plätze in Frauenhäusern

Einige Frauenhäuser sowie die Frauennotrufe böten auch telefonische Beratung oder Online-Beratung. Kinder und Jugendliche in Not hätten es noch schwerer als Frauen, sich in diesen Zeiten Hilfe zu holen. Für sie sei unter anderem die kostenlose Telefonnummer gegen Kummer 116 111 gut geeignet.

Im Sommer soll zudem in Andernach ein 18. Frauenhaus mit elf Plätzen öffnen. Die anderen 17 haben zwischen vier und 13 Plätzen für Frauen – ungeachtet der Zahl ihrer Kinder. «Die Krise macht deutlich, dass wir zu wenig Frauenhausplätze in Rheinland-Pfalz haben und diese weiter ausgebaut werden müssten.» Der angespannte Wohnungsmarkt führe auch dazu, dass Frauen länger als notwendig in den Einrichtungen bleiben.

(L'essentiel/dpa)

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