Zahlen gesunken – Rheinland-Pfalz stellt sich weiter auf Flüchtlinge ein
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Zahlen gesunkenRheinland-Pfalz stellt sich weiter auf Flüchtlinge ein

TRIER – Im Jahr 2015 kamen fast 53 000 Flüchtlinge nach Rheinland-Pfalz. Die Zahl hat sich deutlich verringert - die Landesregierung will aber auf Nummer sicher gehen.

Flüchtlinge im Jahr 2015 in der Zeltstadt einer Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Flugplatz in Bitburg.

Flüchtlinge im Jahr 2015 in der Zeltstadt einer Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Flugplatz in Bitburg.

DPA/Harald Tittel

Immer weniger neue Flüchtlinge kommen nach Rheinland-Pfalz. Rund 2000 schutzsuchende Menschen seien derzeit in den Einrichtungen zur Erstaufnahme des Landes untergebracht, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier auf Anfrage mit. Vor knapp einem Jahr wurden noch etwa 5000 Menschen in den Aufnahmeunterkünften gezählt, vor eineinhalb Jahren waren es rund 12.000 Menschen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hält allerdings eine Kapazität von rund 6000 Plätzen vor und will daran festhalten.

Prognosen schwierig

«Belastbare Prognosen, welche Migrationsbewegungen für die Zukunft zu erwarten sind, sind angesichts der weltpolitischen Lage nur schwer zu treffen», sagte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) der DPA. Das zeige auch, dass der Bund keine Empfehlungen hierzu abgebe. «Angesichts dessen und vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus dem Jahr 2015 hat sich die rheinland-pfälzische Landesregierung dazu entschlossen, über die Frage von Kapazitätsanpassungen bei den Erstaufnahmeeinrichtungen immer nur kurzfristig zu entscheiden.» Deshalb gebe es also keine Planungen, die Kapazität weiter zu senken.

4,8 Prozent aller, die nach Deutschland kommen

Im Jahr 2015 suchten fast 53.000 Menschen Schutz in Rheinland-Pfalz, im vergangenen Jahr waren es rund 16.000. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gelangten knapp 2000 Asylbegehrende ins Land - fast 7000 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im Durchschnitt würden derzeit rund 165 Personen pro Woche registriert. Rheinland-Pfalz nimmt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel 4,8 Prozent der Asylsuchenden auf, die nach Deutschland kommen.

Aus Syrien, Iran, Eritrea

Mit der gesunkenen Zahl der Flüchtlinge sind viele Aufnahmestellen mittlerweile wieder geschlossen worden. Ende 2015 gab es landesweit 27 Einrichtungen und Notunterkünfte. Momentan kommen die Menschen in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Trier (Dasbachstraße) mit Außenstellen in Trier (Luxemburger Straße) und Bitburg sowie in Ingelheim, Hermeskeil, Kusel und Speyer unter. Die Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen stammen der ADD zufolge vor allem aus Syrien, dem Iran, Eritrea und Albanien. Die Behörde ist landesweit für die Erstaufnahme zuständig.

(L’essentiel/dpa)

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