Justiz in Luxemburg – Richter bestätigen Urteil im Fall Ana Lopes
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Justiz in LuxemburgRichter bestätigen Urteil im Fall Ana Lopes

LUXEMBURG – Im Berufungsprozess um den Mord an Ana Lopes haben die Richter die lebenslängliche Haftstrafe gegen Marco B. bestätigt.

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Die Leiche von Ana Lopes wurde im Januar 2017 auf dem Rücksitz eines ausgebrannten Autos gefunden.

Die Leiche von Ana Lopes wurde im Januar 2017 auf dem Rücksitz eines ausgebrannten Autos gefunden.

Mutter Anabela wartet ungeduldig auf Antworten von der Polizei zum Tod ihrer Tochter.

Mutter Anabela wartet ungeduldig auf Antworten von der Polizei zum Tod ihrer Tochter.

Seit dem Tod von Ana Lopes sind mittlerweile fünf Jahre vergangen. In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2017 war die damals 25 Jahre alte Frau in Bonneweg überwältigt und anschließend mit ihrem eigenen Pkw über die Grenze nach Frankreich gebracht und getötet worden. Die Polizei fand ihre verkohlte Leiche in Roussy-le-Village.

Im darauf folgenden Mordprozess gegen ihren Ex-Freund Marco B. wurde der Angeklagte vor rund einem Jahr zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach der Tat war der Verdacht schnell auf Marco B. gefallen, mit dem Ana Lopes eine turbulente Beziehung geführt und ein gemeinsames Kind hatte.

« Brutal, kaltblütig und bis ins Detail geplant »

Bei ihrer Beweisführung im Berufungsverfahren stützte sich die Staatsanwaltschaft auf mehrere Beweise. Weil B. sich bei seiner Verteidigung auch in Widersprüche verstrickte, hatte sie keinen Zweifel an seiner Schuld. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft bezeichnete die Tat als «äußerst brutal, kaltblütig und bis ins Detail geplant».

Für die Kläger war die Bestätigung des Urteils «eine Erleichterung», wie es die Anwältin der Familie ausdrückte: «Sie hatten Tränen in den Augen. Für sie ist diese furchtbare Geschichte nun zu Ende. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass ihre Tochter nicht mehr da ist.»

Rechtskräftig ist das Urteil vom Dienstag noch nicht. Den Parteien bleiben nun 30 Tage Zeit, um Einspruch vor dem Kassationsgericht einzulegen. Dort befassen sich die Richter allerdings nicht mehr mit der Schuldfrage, sondern prüfen, ob es in den vorherigen Verfahren zu prozeduralen Fehlern gekommen war.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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