Nach Amokdrohung – Richter verbietet einem 16-jährigen Videogames

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Nach AmokdrohungRichter verbietet einem 16-jährigen Videogames

In einem Vorort von Chicago wurde ein Schüler verhaftet, weil er sich auf provokative Weise zur aktuellen Debatte über Waffen an Schulen geäußert hatte.

Die Lake Park High School im US-Bundesstaat Illinois musste am letzten Freitag wegen einer Drohung das Schulgelände schließen. Die Drohung wurde später zwar als nicht glaubwürdig betrachtet. Der Vorfall sorgte auf Social-Media-Plattformen aber dennoch für Gesprächsstoff.

Ein 16-jähriger Schüler regte sich offenbar so über die Debatte über die Schulschließung auf, dass er ein Video hochlud, in dem er ein gewalttätiges Game spielte. Darunter schrieb er: «Ihr solltet zum Thema Amokläufe an Schulen besser die Klappe halten, sonst werde ich einen machen.»

Nicht ernst gemeint

Nachdem Schulmitarbeiter und die Polizei über Facebook von der Drohung erfahren hatten, reagierten sie und verhafteten den jungen Schüler kurz darauf. Einen Tag später musste der 16-Jährige bereits vor dem Jugendgericht antraben.

Sein Verteidiger gab zwar an, dass der Kommentar als Witz gemeint war. Kurz nach dem Amoklauf in Florida nahmen die Staatsanwälte die Aussage aber nicht auf die leichte Schulter.

«Mario Kart» spielen ist okay

Bei einer Durchsuchung durch die Polizei wurden beim Schüler keine Waffen gefunden. Der Richter entließ den jungen Mann danach in die Obhut seiner Eltern und verordnete ihm Hausarrest auf unbestimmte Zeit. Zudem musste er sein Handy abgeben.

Weiter verordnete der Richter ein Verbot speziell für gewalttätige Videospiele. Er sagte aber, dass der Junge so viel «Mario Kart» spielen dürfe, wie er wolle. An der Drohung, wegen der die Schule zuerst geschlossen wurde, habe der 16-jährige keine Schuld.

(L'essentiel/swe)

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