Brasilien: Richterin untersagt vergewaltigter Elfjähriger eine Abtreibung
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BrasilienRichterin untersagt vergewaltigter Elfjähriger eine Abtreibung

Die brasilianische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen eine Richterin eingeleitet, die einem Vergewaltigungsopfer einen Schwangerschaftsabbruch verweigerte. Die Abtreibung wäre nach brasilianischem Recht jedoch legal.

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Immer wieder protestieren weltweit Menschen gegen ein Abtreibungsverbot. 

Immer wieder protestieren weltweit Menschen gegen ein Abtreibungsverbot. 

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Es wird erwartet, dass das Abtreibungsrecht eines der großen Themen im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl im Oktober sein wird. Dabei treten der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro und …

Es wird erwartet, dass das Abtreibungsrecht eines der großen Themen im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl im Oktober sein wird. Dabei treten der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro und …

IMAGO/Agencia EFE
… der linksgerichtete ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. 

… der linksgerichtete ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. 

IMAGO/Fotoarena

Richterin Joana Ribeiro Zimmer war bei einer Anhörung am 9. Mai dabei gefilmt worden, wie sie das Kind fragte, ob es verstehe, wie Schwangerschaften entstehen. Sie bezeichnete den Vergewaltiger als Vater des Babys und bat das Mädchen, die Schwangerschaft auszutragen. Sie schlug sogar vor, es solle einen Namen für das Baby auswählen. Das Mädchen sagte mehrfach, es wolle kein Kind zur Welt bringen.

Der Fall, über den die Website The Intercept Brasil letzte Woche berichtete, löste öffentliche Empörung aus. Richtervereinigungen und Menschenrechtsgruppen forderten den Nationalen Justizrat des Landes auf, Zimmer aus dem Richteramt zu entlassen. Der Rat leitete daraufhin eine Untersuchung ein.

Die Richterin isolierte das Mädchen auch von ihrer Familie

Die Anwältin Daniela Félix, die die Familie der Elfjährigen vertritt, sagte der Nachrichtenagentur AP, das Mädchen sei zum Zeitpunkt der Vergewaltigung zehn Jahre alt gewesen. Die Schwangerschaft sei erst in der 22. Woche bemerkt worden. Im Krankenhaus sei ein Abbruch verweigert worden. Die Familie habe den Fall innerhalb weniger Tage vor Gericht gebracht, sagte Félix. Zimmer habe sich aber nicht nur geweigert, die Abtreibung zu erlauben, sondern das Mädchen auch von seiner Familie isoliert in einem staatlichen Heim untergebracht. Es durfte am Dienstag nach Hause zurückkehren.

Es wird erwartet, dass das Abtreibungsrecht eines der großen Themen im Wahlkampf vor der Präsidentschaftswahl im Oktober sein wird. Dabei treten der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro und der linksgerichtete ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der in den Umfragen derzeit vorne liegt, gegeneinander an. Beide versuchen, gemässigte Wähler und Wählerinnen anzusprechen.

(L'essentiel/DPA/fos)

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