In Luxemburg – Riesenbaustelle im Müllerthal schreitet voran

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In LuxemburgRiesenbaustelle im Müllerthal schreitet voran

ECHTERNACH/BERDORF – Der CR364 im Müllerthal wurde durch die Unwetter im Juni komplett zerstört. Im kommenden Sommer soll die Straße bereits wiedereröffnet werden.

Wenige Kilometer hinter Echternach Richtung Berdorf sind auf dem CR364 hunterte Tonnen Erde aufgeschüttet. Die Straße endet an der Stelle abrupt, dahinter liegt eine beeindruckende Baustelle. Durch die Unwetter, die im vergangenen Juni über das Müllerthal fegten, wurde die Fahrbahn unterspült und dadurch völlig zerstört. Die Bauarbeiter, die sie wieder aufbauen, sind momentan acht Meter unter dem ursprünglichen Niveau der Fahrbahn tätig. Seit dem Starkregen muss die Straße umfahren werden.

«Die Arbeiten gehen sehr schnell voran und wir tun alles, um sie noch weiter zu beschleunigen. Bis zum Sommer 2019 wird die Straße wieder befahrbar sein», erklärt Umweltministerin Carole Dieschbourg , die sich am Mittwoch gemeinsam mit Infrastrukturminister François Bausch ein Bild von der Baustelle machte. Bausch lobte die gute Zusammenarbeit zwischen der Straßenbauverwaltung Ponts et Chausées, der Wasserverwaltung und der Natur- und Forstverwaltung.

Katastrophe bleibt aus

Marc Ries, der verantwortliche Ingenieur, sprach von einem gewaltigen Bauprojekt: «Die ersten Anzeichen dafür, dass die Straße unterspült wurde, waren Risse. Danach haben wir durch Bohrungen festgestellt, dass unter der Fahrbahn etwa 10.000 Kubikmeter Erde verrutscht sind. Die Erde unter der Fahrbahn wird nun Schicht für Schicht durch Metallgitter stabilisiert.»

Bildstrecke: Straßenschäden im Müllerthal

In den Gebiet seien Erdrutsche nichts Ungewöhnliches, «aber niemals in dieser Größenordnung», wie Ries sagt. Durch den Wiederaufbau in acht Metern Tiefe will er eine dauerhafte Lösung gegen mögliche weitere Erdrutsche erreichen. Die Kosten für den Aufbau des CR364 belaufen sich auf acht Millionen Euro. Insgesamt hatte die Regierung nach den Überschwemmungen 30 Millionen bereitgestellt.

Carole Dieschbourg erklärte, dass sich die Sperrung der Straße negativ auf die Region auswirkt, besonders Berdorf müsse dringen wieder über die Straße erreichbar sein: «Vor allem der Tourismus leidet darunter, weil die Gästezahlen nach unten gingen.» Eine Katastrophe sei für den Sektor jedoch ausgeblieben, da die umliegenden Straßen rasch wieder hergerichtet wurden. Ein Hotelier aus Echternach bestätigt diese Einschätzung. Er beschrieb die Sommersaison als «ordentlich».

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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