Mar-a-Lago in Florida – Rittenhouse war nach Freispruch Gast bei Trump
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Mar-a-Lago in FloridaRittenhouse war nach Freispruch Gast bei Trump

Kyle Rittenhouse erhält nach seinem umstrittenen Freispruch Unterstützung. Donald Trump nimmt den 18-Jährigen, der zwei Personen erschoss, in Schutz und kritisiert die Justiz.

Er berief sich auf das Recht auf Selbstverteidigung, nachdem er letztes Jahr bei «Black Lives Matter»-Protesten in Wisconsin zwei Männer erschossen und einen weiteren verletzt hatte. Die Strategie ging auf. Kyle Rittenhouse wurde vergangene Woche freigesprochen, was Proteste und Empörung im Land hervorrief.

«Das war kein politischer Prozess, egal, wie eure Meinung ist oder ihr politisch steht», sagte der 18-Jährige später in einem vielbeachteten Interview. «Es hätte nie einer werden dürfen, er wurde dazu gemacht.» Er sei keine rassistische Person, unterstütze die «Black Lives Matter»-Bewegung und friedliche Demonstrationen.

Sprachs und machte sich kurz danach mit seiner Mutter auf, Donald Trump auf dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida zu besuchen. Darüber plauderte Trump in einem einstündigen Interview mit «Fox News» aus. Rittenhouse sei ein «Trump-Fan» und ein «netter junger Mann», so der einstige US-Präsident.

Trump: «Er hätte dafür keinen Prozess durchmachen müssen»

Nach dieser Solidaritätsbekundung griff der einstige US-Präsident Justiz und Regierung an: «Das hätte man ihm (Rittenhouse) niemals zumuten dürfen. Das war ein staatsanwaltschaftliches Fehlverhalten, und das passiert jetzt überall in den Vereinigten Staaten unter den Demokraten.»

«Er hätte dafür keinen Prozess durchmachen müssen. Er wäre tot gewesen. Wenn er nicht abgedrückt hätte, hätte der Typ, der ihm die Waffe an den Kopf hielt, in einer Viertelsekunde abgedrückt – Kyle wäre tot gewesen», so Trump auch. Damit spielte er auf den Umstand an, dass der von Rittenhouse verletzte Mann vor Gericht eingeräumt hatte, selbst eine Waffe auf Rittenhouse gerichtet zu haben.

Geld, Gewehr, Fotos und ein Praktikum im US-Kongress

Der Zuspruch Trumps ist nur eines von vielen Beispielen, die Rittenhouse als neuen Liebling der Republikaner und des rechten Lagers ausweisen. Nach seiner Festnahme finanzierten sie seine Kaution von zwei Millionen Dollar, wollten ihm nach dem Freispruch ein Gewehr schenken oder buhlen, wie die rechtsextremen «Proud Boys», um Fotos mit ihrem Helden, der in ihren Augen das Recht auf Selbstverteidigung für sie alle bewahrt hatte. Wie «Politico» berichtet, überbieten sich republikanische Kongressabgeordnete derzeit dabei, Rittenhouse für ein Praktikum bei sich zu gewinnen.

(L'essentiel/gux)

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