«Er liebte den Kerl» – Ronald Reagans geheime Japan-Affäre

Publiziert

«Er liebte den Kerl»Ronald Reagans geheime Japan-Affäre

Sportliches Fahrgestell, knackige Kurven – das gefiel dem mächtigsten Mann der Welt. Weil das Volk nichts von seiner Passion wissen durfte, wurde Reagans kleiner Liebling weggesperrt.

Der «Subaru Brat» beeindruckte den Republikaner wohl durch seine Sportlichkeit.

Der «Subaru Brat» beeindruckte den Republikaner wohl durch seine Sportlichkeit.

Es war eine Liebe, die auf dem Papier nicht sein durfte. Und nachdem Ronald Reagan 1976 beim ersten Versuch, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, gescheitert war, durfte er sich 1981 keine Fehler erlauben. Kein Wunder, dass der Schauspieler seine Passion für den kleinen Japaner geheim hielt. Sein Subaru Brat verschwand folgerichtig in einem Verschlag an seinem Rückzugsort, der Rancho del Cielo nahe dem kalifornischen Santa Barbara.

Richard Allen war es, der den Kontakt zwischen dem Subaru-Mutterkonzern und dem angehenden Vater der Nation hergestellt hatte. Der spätere Berater des 40. US-Präsidenten hatte gute Kontakte zum Subaru-Mutterkonzern «Fuji». Als er erfuhr, dass die Japaner in einer amerikanischen Wüste ein neues Modell testeten, die Fahrzeuge aber nicht kaputt bekamen, bot er seine Hilfe an. «Ich sagte: 'Ich habe einen Freund mit einer Ranch. Ihr könntet ihm einen der Testwagen geben und sehen, wie lange er es fahren kann'», erinnert sich Allen auf der Website «Jalopnik».

«Reagan liebte den robusten kleinen Kerl»

So wurde Ronald Reagan inoffiziell als Testfahrer für die japanische Automarke, kurz vor dessen US-Verkaufsoffensive, die der amerikanischen Konkurrenz das Leben auf dem heimischen Markt sehr schwer machte. Damit dem Präsidenten kein Vaterlandsverrat vorgeworfen wird, musste die Existenz von Reagans Kompakt-Pickups verschleiert werden. «Zu diesem Zeitpunkt haben Kongressmitglieder japanische Autos auf die Treppen des Capitols gefahren und mit Vorschlaghämmern zertrümmert», so Allen.

«Fuji» willigte unter der Bedingung ein, dass der neue, prominente Besitzer halbjährlich ein Fahrprotokoll abgab. Berater Allen betont, der Republikaner sei begeistert gewesen von seinem Brat. «Der Subaru war ein robuster kleiner Kerl und Reagan liebte ihn», sagt der heute 76-Jährige. Wegen der industriepolitisch heiklen Lage wurden nie Fotos des Staatsmannes mit der Sportkarosse gemacht.

L'essentiel Online/Philipp Dahm

Deine Meinung