Gewerkschaften sauer – RTL will 94 Stellen in Luxemburg abbauen

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Gewerkschaften sauerRTL will 94 Stellen in Luxemburg abbauen

LUXEMBURG – Die Mediengruppe RTL will trotz Rekordgewinns und staatlicher Förderung massiv Arbeitsplätze an ihrem Hauptsitz einsparen. Sehr zum Ärger von OGBL und LCGB.

Die Gewerkschaften sind besorgt: Wird die RTL-Gruppe ihren Sitz in Luxemburg halten können?

Die Gewerkschaften sind besorgt: Wird die RTL-Gruppe ihren Sitz in Luxemburg halten können?

Editpress/Didier Sylvestre

Bei RTL steigen die Spannungen zwischen Management und Gewerkschaften. Der OGBL und der LCGB haben am Dienstag einen kritischen Brief veröffentlicht, nachdem die RTL-Mediengruppe einen massiven Stellenabbau am Hauptsitz in Luxemburg angekündigt hatte. Am vergangenen Mittwoch hatte der Verwaltungsrat beschlossen, 94 der 112 Arbeitsplätze im Großherzogtum im Rahmen eines Restrukturierungsplans abzubauen. Die Gewerkschaften verurteilen diese Entscheidung, «wo doch die RTL Gruppe gerade einen Rekordgewinn von mehr als 400 Millionen Euro für das erste Quartal 2019 angekündigt hat».

Besonders um das Bestehenbleiben des Konzerns in Luxemburg sei man besorgt, die Verankerung wurde im März 2017 durch eine Vereinbarung zwischen dem Staat, der RTL-Gruppe, CLT-UFA und dem deutschen Medienimperium Bertelsmann (zu 75 Prozent Anteilseigner) bekräftigt. OGBL und LCGB befürchten, dass die RTL-Gruppe in Luxemburg zu einer «Briefkasten»-Einrichtung wird, während der Staat «jährlich bis zu 10 Millionen Euro an öffentlichen Geldern für die Fernsehprogramme von RTL bezahlt». Gegenüber L'essentiel erklärte die RTL-Gruppe, dass der Hauptsitz im Großherzogtum bestehen bleibe.

Umstrukturierungen statt Entlassungen

RTL bestätigte den Abbau von 94 Arbeitsplätzen in Luxemburg, betonte aber, dass «es sich nicht um 94 Entlassungen handelt». Geplant seien Umstrukturierungen, insbesondere in den Büros im deutschen Köln. Für diejenigen Mitarbeiter, die eine derartige Umstrukturierung ablehnten, könnte «ein Sozialplan aufgestellt werden», so ein Sprecher der Gruppe weiter und teilte zudem mit, dass man bei den betroffenen Mitarbeitern «so schnell wie möglich Klarheit schaffen» wolle.

Mit den Verhandlungen werde in der kommenden Woche begonnen. Die Gewerkschaften fordern indes die «Einstellung der Umstrukturierungsmaßnahmen» und die «Erhaltung der Arbeitsplätze in Luxemburg». Das Ministerium für Medien hat sich noch nicht zu dem Thema geäußert.

(jg/L'essentiel)

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