Verkehr in Luxemburg – Rue du Fossé ist jetzt offiziell verkehrsberuhigt

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Verkehr in LuxemburgRue du Fossé ist jetzt offiziell verkehrsberuhigt

LUXEMBURG – Was Ende Juli als Experiment startete, ist jetzt beschlossene Sache. Die Meinungen zu der Maßnahme sind gemischt.

Ende Juli wurde die Rue du Fossé in der Hauptstadt zunächst für einen Monat in eine verkehrsberuhigte «zone de rencontre» umgewandelt. Ende September hat der Schöffenrat zusammen mit Einwohnern und Geschäftsleuten für eine dauerhaft möglichst autofreie Rue du Fossé gestimmt und am Wochenende ist die abgeänderte Straßenführung angebracht worden. Ebenfalls betroffen sind ein Teil der Rue Notre-Dame, von der Kreuzung mit der Rue de l'Ancien Athénée bis zur Place du Théâtre, Côte d'Eich. «Konkret bedeutet das nun, dass dort lediglich die Fahrzeuge von Anwohnern, Geschäftskunden oder Zustellern mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern fahren dürfen. Transitverkehr ist jetzt verboten. In jedem Fall haben Fußgänger und Fahrräder Vorrang», erklärte Patrick Goldschmidt, Stadtrat für Mobilität in der Stadt, bei einer Pressekonferenz am Montag.

Fahrräder, die von der Rue du Fossé herunterkommen, können auf dem Knuedler-Parkplatz abgestellt werden, wo rund 40 Plätze zur Verfügung stehen. Der Schöffenrat erwägt auch die Möglichkeit, den Abschnitt zwischen der Grand-Rue und der Place Guillaume II für Fahrräder in der entgegengesetzten Richtung zugänglich zu machen.

Bei dem Treffen Ende September konnten Anwohner und Ladenbesitzer ihre Wünsche äußern, insbesondere im Hinblick auf die Aufrechterhaltung des Kunden- und Lieferverkehrs. «Dank der neuen Regelung haben einige Ladenbesitzer, Bar- und Restaurantbetreiber bemerkt, dass sich in der Stadt eine freundlichere Atmosphäre eingestellt hat. Aber die Bebauung mit Bürgersteigen stört immer noch den Eindruck, dass dies ein Bereich ist, in dem Fußgänger Priorität haben. In einigen Jahren, wenn die Arbeiten auf dem Knuedler-Parkplatz und in der Altstadt abgeschlossen sind, wird es Verbesserungen geben, damit ein gemeinsamer Raum für alle geschaffen werden kann», fügte Serge Wilmes, der für den Handel zuständige Stadtrat, hinzu.

« Weit weniger Kunden »

Annick Ernster, Mitglied der Geschäftsleitung der Buchhandlung Ernster, zeigte sich weniger begeistert, da es in ihrem Geschäft «eine negative Auswirkung mit weit weniger Kunden» gab. Die Menschen würden die Innenstadt meiden, weil sie nicht mehr vor der Tür der Geschäfte parken können und durch die Corona-Krise wären auch die Touristen ausgeblieben.

Für Nancy Lampson, Geschäftsführerin eines Unternehmens etwas weiter oben in der Rue du Fossé, wäre die Lösung eine «hunderprozentige Fußgängerzone wie in der Grand Rue, denn im Moment verkehren noch immer Lastwagen und Busse, selbst als sie in diesem Sommer für den Verkehr gesperrt war». Um den Verkehr, insbesondere Lieferfahrzeuge, nicht zu behindern, hält sie es für möglich, eine Zeitspanne festzulegen, nach der Fahrzeuge nicht mehr passieren dürfen, und eine Ausnahme für Busse zu machen.

(mm/L'essentiel)

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Für die verkehrsberuhigte Zone wurden neue Markierungen auf dem Boden eingezeichnet.

Für die verkehrsberuhigte Zone wurden neue Markierungen auf dem Boden eingezeichnet.

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Lediglich Anwohner, Geschäftskunden, Lieferpersonal, Busse, Taxis und Rettungsdienste dürfen in der Rue du Fossé noch verkehren.

Lediglich Anwohner, Geschäftskunden, Lieferpersonal, Busse, Taxis und Rettungsdienste dürfen in der Rue du Fossé noch verkehren.

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