Bei Exorzismen kennengelernt – Rücktritt: Bischof liebt Erotik-Schriftstellerin

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Bei Exorzismen kennengelerntRücktritt: Bischof liebt Erotik-Schriftstellerin

Der Bischof einer katalanischen Ortschaft hat sich verliebt. Das Ziel der Begierde ist eine zweifache, geschiedene Mutter, die erotische Bücher mit satanischem Inhalt schreibt.

Als der spanische Bischof Xavier Novell vor wenigen Wochen überraschend seinen Rücktritt erklärte, waren keine Details genannt geworden. «Persönliche Gründe», hieß es nur. Wie «persönlich» die Gründe tatsächlich waren, wird jetzt bekannt: Der 52-jährige Novell hat sich verliebt. Und zwar in eine 38-jährige geschiedene Frau, Autorin erotischer Romane mit satanischem Inhalt.

Der Vorfall ist in Spanien ein heißes Thema, denn Xavier Novell ist in seiner Heimat eine äußerst kontroverse Figur. Im Jahr 2010 war er im Alter von 41 Jahren zum jüngsten Bischof Spaniens in Solsona in der nordöstlichen Region Katalonien ernannt worden. Schon bald interessierte er sich für Exorzismen, setzte sich für Konversionstherapien für Homosexuelle ein und bezeichnete Schwangerschaftsabbrüche als «das größte Genozid der Weltgeschichte».

Novell ließ junge Mädchen in Miniröcken aus der Kirche werfen und veröffentliche danach sogar ihre Fotos auf einer Facebook-Seite. Der Geistliche mischte sich zudem in die Politik ein, als er offen und unverblümt seine Meinung zur katalanischen Unabhängigkeit äußerte.

Der Exorzist und die erotische Schriftstellerin

Genau seine Mission bei der Austreibung böser Geister soll Novell zu Silvia Caballol geführt haben, mutmaßt der ultrakatholische Blog «Germinans Germinabit». Der Bischof hatte zuletzt komplexe Exorzismen durchgeführt und Caballol, die auch Psychologin ist, soll dabei gewesen sein. Zu Beginn der Beziehung habe Novells Umfeld ihn noch gewarnt, dass die 38-Jährige ihn einer «satanischen Handlung unterzogen» habe, schreibt Germinans.

Bis dahin hatte wohl niemand die Bücher der zweifachen Mutter Caballol gelesen. «Trilogía amnesia» (Trilogie Gedächtnisverlust) sei nicht nur erotisch, sondern explizit, wie «El Mundo» berichtet. Schon auf dem Cover wird empfohlen, dass der Leser volljährig sein sollte. In ihrem zweiten Werk «El infierno en la lujuria de Gabriel» (Gabriels Hölle der Lust) vertieft Caballol das Thema der Reinigungsrituale: «Der Leser wird in die Welt der Gefängnisse, der Psychopathie, der Sekten, des Sadismus, des Wahnsinns, der Lust und nach und nach auch in die Unwirklichkeit der Unsterblichkeit und den kruden Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Satan und zwischen Engeln und Dämonen entführt», heißt es in der Beschreibung.

Weder der ehemalige Bischof noch die Schriftstellerin haben sich zu den Berichten geäußert. Die Diözese betonte einmal mehr, dass «diese Geschichte eine rein persönliche Angelegenheit» Novells sei. Doch sein Sinneswandel hat innerhalb der Kirche zu Missstimmungen geführt - besonders unter denen, die den Katalanen stets für seine intolerante Haltung kritisierten. So bezeichnete ihn etwa die Dominikanernonne Lucía Caram in einem Interview mit dem Portal «Religión Digital» als «einen psychisch schwachen Menschen». Sie fordert von ihm, dass er jetzt den «Schaden anerkennt, den er mit seinen Konversionstherapien angerichtet hat und sich dafür entschuldigt».

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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