Messer statt Mikro – Russische Journalisten sollen sich bewaffnen

Publiziert

Messer statt MikroRussische Journalisten sollen sich bewaffnen

Die Oppositionszeitung «Nowaja Gaseta» will ihre Mitarbeiter ausrüsten – und zwar mit Waffen. Diese sollen ihnen zur Selbstverteidigung dienen.

Vergangene Woche ist die Radiomoderatorin auf ihrem Arbeitsplatz attackiert und am Hals schwer verletzt worden.

Vergangene Woche ist die Radiomoderatorin auf ihrem Arbeitsplatz attackiert und am Hals schwer verletzt worden.

picturedesk.com

Auslöser der Idee zur Bewaffnung war eine Messerattacke auf eine Radiomoderatorin, die sich kritisch gegenüber dem Kreml geäußert hat. Sie ist auf ihrem Arbeitsplatz attackiert und am Hals schwer verletzt worden.

Das sorgte in Medienkreisen klarerweise für Unbehagen. Aus diesem Grund will Nowaja Gaseta nun zu den Waffen greifen.

Schusswaffen mit Gummigeschossen

Der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Sergej Sokolow, sagte gestern: «Wenn der Staat nicht bereit ist, uns zu verteidigen, werden wir uns selbst verteidigen.» Eine andere Lösung gebe es nicht.

Angeblich hätte es bereits Mordversuche auf die Journalisten der Zeitung gegeben. Nun sollen sie in Selbstverteidigungskurse geschickt und mit Gummigeschossen ausgestattet werden.

Sechs Mitarbeiter bereits getötet

Die Oppositionszeitung ist eine der größten unabhängigen Medien in Russland. Damit geht auch ein Risiko einher. 2009 wurde Nowaja Gaseta vom Spiegel als gefährlichster Arbeitsplatz Europas für Journalisten ernannt.

Seit deren Gründung im Jahr 1993 wurden bereits sechs Mitarbeiter getötet. Auch die im 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja arbeitete bei der Oppositionszeitung.

(L'essentiel/slo)

Deine Meinung