Wegen Teilmobilmachung: Russische Männer verlassen fluchtartig das Land – Kreml beklagt Hysterie

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Wegen TeilmobilmachungRussische Männer verlassen fluchtartig das Land – Kreml beklagt Hysterie

Die von Kremlchef Putin angeordnete Teilmobilmachung schickt Schockwellen durch Russland. Wehrfähige Männer fliehen ins Ausland.

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Flucht vor der Teilmobilmachung: Stau an der Grenze zwischen Georgien und Russland am 21. September 2022.

Flucht vor der Teilmobilmachung: Stau an der Grenze zwischen Georgien und Russland am 21. September 2022.

via REUTERS
Der Exodus gilt als Gefahr, auch für die russische Wirtschaft.

Der Exodus gilt als Gefahr, auch für die russische Wirtschaft.

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Auch an der Grenze zu Finnland hat sich Stau gebildet.

Auch an der Grenze zu Finnland hat sich Stau gebildet.

AFP

Nach Beginn einer Teilmobilmachung in Russland fliehen Männer im wehrfähigen Alter in Scharen ins Ausland, um sich vor einem drohenden Einsatz im Ukraine-Krieg in Sicherheit zu bringen. Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit seiner Anordnung am Mittwoch, nach militärischen Rückschlägen 300.000 Reservisten zu mobilisieren, in vielen Familien Panik ausgelöst.

Der Exodus gilt als Gefahr auch für die russische Wirtschaft. Schon nach dem von Putin angeordneten Einmarsch in die Ukraine im Februar hatten Zehntausende Menschen das Land verlassen. Die Führung in Moskau hat sich indessen über die «Hysterie» im Land beklagt.

Ziele in früheren Sowjetrepubliken sind beliebt

Kremlsprecher Dmitri Peskow forderte dazu auf, sich ausreichend zu informieren. «Es lässt sich irgendwie verstehen, dass es in den ersten Stunden nach der Bekanntgabe und auch noch am ersten Tag eine hysterische, äußerst emotionale Reaktion gegeben hat, weil es tatsächlich unzureichende Informationen gab», sagte Peskow. Inzwischen aber gebe es auch Hotlines, um telefonisch Fragen zu klären.

Am Freitag informierte die an Russland grenzende zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik Kasachstan über vermehrte Einreisen aus Russland. Zuvor hatten etwa auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Georgien im Südkaukasus über massenhafte Einreisen gesprochen. Flüge sind über Tage ausgebucht und mit mehreren Tausend Euro so teuer, dass es sich viele schlicht nicht leisten können.

Die Ziele in früheren Sowjetrepubliken sind besonders beliebt, weil Russen dort kein Visum brauchen. Außerdem ist die russische Sprache verbreitet. Auch die Türkei ist ein Ziel für Kriegsdienstverweigerer. Von den EU-Staaten, die an Russland grenzen, ließ vor allem Finnland noch Russen einreisen. Allerdings nur mit einem Schengen-Visum.

(dpa/fur )

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