Nach Getreide-Klau: Russische Truppen plündern nun tonnenweise Stahl aus Mariupol
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Nach Getreide-KlauRussische Truppen plündern nun tonnenweise Stahl aus Mariupol

Die russischen Plünderungen in der Ukraine gehen weiter. Nach dem Klau von Getreide und landwirtschaftlichen Maschinen, wird nun auch Stahl aus Mariupol abtransportiert.

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Ein Schiff wird mit Stahl aus Mariupol verladen.

Ein Schiff wird mit Stahl aus Mariupol verladen.

IMAGO/SNA
Der Wert des geplünderten Materials dürfte Dutzende Millionen Franken betragen.

Der Wert des geplünderten Materials dürfte Dutzende Millionen Franken betragen.

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 Schiffe würden umbenannt und Teil einer neu entstehenden Handelsflotte der «Volksrepublik Donezk», sagt deren Machthaber Denis Puschilin.

Schiffe würden umbenannt und Teil einer neu entstehenden Handelsflotte der «Volksrepublik Donezk», sagt deren Machthaber Denis Puschilin.

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Nach der vollständigen Einnahme der Hafenstadt Mariupol durch Putins Truppen sind nun Bilder aufgetaucht, die zeigen, wie tonnenweise Stahl auf Schiffe verladen und abtransportiert wird. Dies bestätigt auch Denis Puschilin, Machthaber in der selbsternannten «Volksrepublik Donezk», gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax: «Ein Teil der Schiffe kommt unter die Rechtshoheit der Donezker Volksrepublik», teilt Puschilin weiter mit.

Die Schiffe würden umbenannt und Teil einer neu entstehenden Handelsflotte der «Republik». Asovstal, das größte Stahlwerk Europas, war das letzte Widerstandsnest der ukrainischen Armee in Mariupol. Vor dem Krieg sollen sich nach Angaben der «Bild» bis zu 200.000 Tonnen Gusseisen auf dem Gelände des Hafens befunden haben. Die entspreche einem Gegenwert von 170 Millionen Dollar.

Russische Truppen stehlen Getreide im großen Stil

Bereits vor dem Stahl-Klau ist bekannt geworden, dass Russland im großen Stil Getreide und landwirtschaftliche Maschinen aus der Ukraine gestohlen hat. Satellitenaufnahmen, die von Maxar Technologies aufgenommen wurden, zeigen zwei russische Schiffe am Hafen von Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim, während aus den Silos das Getreide von einem Band in einen offenen Laderaum geschüttet wird.

Mykola Horbachow, Präsident des ukrainischen Weizenverbandes, sagte Ende Mai gegenüber AdnKronos: «Wir haben Fälle von Diebstahl ukrainischen Weizens durch Russen in den besetzten Gebieten registriert, insbesondere in den Regionen Cherson und Saporischschja, Weizen, der auf Lastwagen verladen und auf die Krim gebracht wurde, von wo aus sie versuchten, ihn als russischen Weizen von der Krim zu verkaufen, aber alle Händler und Weltorganisationen wissen sehr genau, dass es auf der Krim nicht genug Weizen für den Export gibt. Sie wissen sehr genau, dass es sich um gestohlenen Weizen handelt.» Horbachows Schätzung zufolge ist der Diebstahl hoch: «Bis heute haben uns die Besatzer bereits 400.000 Tonnen Weizen gestohlen. Wenn man bedenkt, dass eine Tonne Weizen 300 Dollar kostet, ist der Betrag, den die Besatzer erbeutet haben, definitiv beträchtlich.» 

(L´essentiel/Jonas Bucher)

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