Ukraine-Krieg: Russland macht Ukraine «konkretes Verhandlungsangebot»

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Ukraine-KriegRussland macht Ukraine «konkretes Verhandlungsangebot»

Kreml-Sprecher Peskow sagt, Russland habe einen Dokument-Entwurf übergeben, der «absolut klare und ausgefeilte Formulierungen beinhaltet».

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Laut Kreml-Sprecher Peskow liege nun «der Ball auf der Seite» der Ukrainer.

Laut Kreml-Sprecher Peskow liege nun «der Ball auf der Seite» der Ukrainer.

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Die Luftangriffe auf Mariupol und andere Regionen im Donbass gehen dabei unvermindert weiter.

Die Luftangriffe auf Mariupol und andere Regionen im Donbass gehen dabei unvermindert weiter.

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Die letzten ukrainischen Truppen der 36. Marinebrigade sind im Stahlwerk Asovstal umzingelt.

Die letzten ukrainischen Truppen der 36. Marinebrigade sind im Stahlwerk Asovstal umzingelt.

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Russland setzt seine Luftangriffe in der Ukraine unvermindert fort und bietet dem angegriffenen Nachbarland zugleich schriftlich neue Verhandlungen an. «Jetzt wurde der ukrainischen Seite unser Entwurf des Dokuments übergeben, der absolut klare und ausgefeilte Formulierungen beinhaltet», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Angaben zum Inhalt machte er nicht.

«Arbeit der ukrainischen Seite lässt zu wünschen übrig»

Wann es neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine geben könnte, ist noch offen. Peskow erklärte, es gebe zwar keine Frist, bis wann Kiew auf das Angebot antworten müsse. Doch zugleich machte er deutlich, dass Moskau mit dem bisherigen Verhandlungstempo unzufrieden sei. «Wir haben schon mehrmals gesagt, dass die Dynamik der Arbeit der ukrainischen Seite zu wünschen übrig lässt», sagte Peskow. Nun sei «der Ball auf der Seite» der Ukrainer.

Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew hatten am 28. Februar begonnen, vier Tage nach dem Angriff auf die Ukraine. Russland forderte bisher unter anderem die Neutralität der Ukraine und die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk sowie die Anerkennung der Halbinsel Krim als russisch. Kiew lehnt es kategorisch ab, auf eigenes Staatsgebiet zu verzichten.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs blieben russische Versuche erfolglos, die Städte Rubischne und Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk zu stürmen. Schwere Gefechte habe es zudem um Marjinka, Popasna, Torske, Selena Dolyna und Kreminna gegeben.

«Der Feind ist uns 10 zu 1 überlegen»

Unterdessen bat der Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol um Evakuierung in einen Drittstaat. Er deutete damit auch an, aufgeben zu wollen. Bisher hatten die Ukrainer dies abgelehnt. «Der Feind ist uns 10 zu 1 überlegen», sagte Serhij Wolyna, Kommandeur der ukrainischen 36. Marineinfanteriebrigade, in einer am frühen Mittwochmorgen auf Facebook veröffentlichten einminütigen Videobotschaft.

Die ukrainische Seite verteidige nur ein Objekt, das Stahlwerk Asowstal, wo sich außer Militärs noch Zivilisten befänden. Der Kommandeur bat, das Militär der Mariupol-Garnison, mehr als 500 verwundete Kämpfer sowie Hunderte Zivilisten in einem Drittland in Sicherheit zu bringen. «Das ist unser Appell an die Welt», sagte Wolyna. «Das könnte der letzte Appell unseres Lebens sein.»

(DPA/fis)

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