Probleme bei Raumfahrt – Russland stoppt Einsatz von Sojus-Rakete

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Probleme bei RaumfahrtRussland stoppt Einsatz von Sojus-Rakete

Russland reagiert auf den Fehlstart einer «Sojus»-Trägerrakete und den Absturz eines Versorgungsraumschiffs: Die Transportmittel werden bis zur Klärung des Unfalls nicht mehr eingesetzt.

Nach dem ersten Fehlstart einer «Sojus»-Trägerrakete seit mehr als 30 Jahren und dem Absturz eines Versorgungsraumschiffs hat Russland den Einsatz des Transportmittels gestoppt. Die Raketen werden auch von den USA und der EU für Transporter zur Internationalen Raumstation ISS genutzt.

Der Start der Trägerraketen werde bis zur Klärung der Unfallursache ausgesetzt, berichtete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf russische Raumfahrtkreise. Am Vorabend war der Frachter mit fast drei Tonnen Versorgungsgütern an Bord auf dem Weg zur ISS im Altai-Gebirge im Osten Russlands in menschenleerem Gebiet abgestürzt.

Grund war nach ersten Erkenntnissen eine fehlerhafte Zündung der dritten Raketenstufe an der «Sojus». Es war die erste Panne seit 1978. Russland verschob danach einen für diesen Freitag geplanten Start eines Satelliten für sein Navigationssystem Glonass auf einen späteren Zeitpunkt.

Rückkehr der ISS-Besatzung

Notfalls könne auch die für den 8. September geplante Rückkehr von drei Raumfahrern von der ISS um bis zu 50 Tage verschoben werden, berichtete Interfax unter Berufung auf die US- Raumfahrtbehörde Nasa.

Unklar war demnach auch, ob es beim geplanten Start der neuen ISS- Besatzung mit drei Raumfahrern am 22. September vom Weltraumbahnhof Baikonur bleibt. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte in Moskau mit, dass sie alles tun werde, um ihren internationalen Verpflichtungen für den ISS-Betrieb nachzukommen.

Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, Johann-Dietrich Wörner, hatte nach der Panne vor Folgen auch für den Westen gewarnt. «Wir sind derzeit in Deutschland und Europa äußerst abhängig von der bisher zuverlässigen «Sojus»-Technik», sagte Wörner der Nachrichtenagentur dpa.

Satelliten-Navigationssystem

Wörner sagte, dass es eine Zeit dauern werde, bis die Unglücksursache geklärt sei. Bis dahin dürfe auch kein Raumfahrer mehr mit der «Sojus»-Technik transportiert werden. Am 20. Oktober sollten nach bisherigen Plänen die ersten funktionstüchtigen Satelliten für das Navigationssystem Galileo mit «Sojus»-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana starten.

Russland hatte zuletzt immer wieder Raumfahrtpannen zu beklagen. Zu einem besonders schweren Zwischenfall kam es im Dezember 2010, als eine Trägerrakete mit drei Satelliten, die für das russische Navigationssystem Glonass vorgesehen waren, nach dem Start in den Pazifik stürzte.

L'essentiel Online/sda

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