Ukraine-Krieg - Russland zum Verzicht auf Landminen aufgefordert

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Ukraine-KriegRussland zum Verzicht auf Landminen aufgefordert

Offenbar setzt Russland in der Ukraine auch verbotene Landminen ein. Vertreter der internationalen Vereinbarung gegen Landminen fordern nun, dass das Land auf den Einsatz der Sprengladungen verzichtet.

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Alicia Arango Olmos, die diesjährige Vorsitzende der Ottawa-Konvention, kritisiert Russland scharf für den Einsatz von Landminen.

Alicia Arango Olmos, die diesjährige Vorsitzende der Ottawa-Konvention, kritisiert Russland scharf für den Einsatz von Landminen.

IMAGO/NurPhoto
Die russischen Truppen sollen in der Ukraine Landminen wie die POM-3 eingesetzt haben.

Die russischen Truppen sollen in der Ukraine Landminen wie die POM-3 eingesetzt haben.

Human Rights Watch
Diese Minen gelten als besonders heimtückisch, da sie nach der Auslösung in einer Höhe von etwa 1,5 Metern detonieren.

Diese Minen gelten als besonders heimtückisch, da sie nach der Auslösung in einer Höhe von etwa 1,5 Metern detonieren.

mil.in.ua

Eine Vertreterin der weltweiten Kampagne gegen den Einsatz von Landminen hat Russland zum Verzicht auf den Einsatz dieser Waffen in der Ukraine aufgefordert. Die diesjährige Vorsitzende der Ottawa-Konvention, Alicia Arango Olmos, zeigte sich tief besorgt über Medienberichte, wonach die russischen Truppen bei ihrem Angriff auf die Ukraine auch Landminen einsetzen.

«Minen lösen keine Probleme»

Ihr Appell an Russland sei: «Antipersonenminen verursachen nur Opfer, sie lösen kein einziges Problem», erklärte Arango Olmos auf einer Pressekonferenz am Montag, dem internationalen Tag der Aufklärung über Minen und der Unterstützung bei der Minenräumung. Sie verwies darauf, dass die Ukraine als einer von 164 Vertragsstaaten die Ottawa-Konvention unterzeichnet habe, Russland jedoch nicht. Die internationale Vereinbarung sieht das Verbot der Nutzung, Lagerung, Produktion und Weitergabe von Landminen vor.

Arango Olmos verwies auf die Organisation Human Rights Watch, die am 29. März mitteilte, dass ukrainische Kampfmittelbeseitiger einen Tag zuvor verbotene Antipersonenminen in der Region Charkiw im Osten des Landes gefunden hätten. Von den Kriegsparteien verfüge nur Russland über diese Art von Minen.

Den russischen Truppen werden auch diverse andere Kriegsverbrechen vorgeworfen. So sollen Soldaten in der Stadt Butscha wahllos Zivilisten getötet haben. Dass Wladimir Putin noch während seiner Amtszeit zur Rechenschaft gezogen wird, ist aber höchst unwahrscheinlich.

Prinz Mired von Jordanien, der sich als Sonderbeauftragter für die weltweite Anwendung der Landminenkonvention einsetzt, sagte, dass etwa 80 Prozent der Länder der Welt der Vereinbarung beigetreten seien. Einige Länder, die nicht zu den Vertragsparteien gehörten, hätten die Macht, diese schreckliche Waffe zu beseitigen, wie China, Russland und die Vereinigten Staaten. «Es bedarf einer koordinierten und konzertierten Anstrengung auf höchster Ebene, um weitere Beitritte zu erreichen. Das wird nicht einfach sein, aber es ist möglich.»  

(DPA/bho)

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