An Grundschulen – Saarland will Islam-Unterricht weiter ausbauen

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An GrundschulenSaarland will Islam-Unterricht weiter ausbauen

Seit gut einem Jahr erhalten Dutzende Kinder an Grundschulen im Saarland islamischen Religionsunterricht. Das Angebot wird gut angenommen und soll nun ausgebaut werden.

Kulturminister Ulrich Commerçon will den Islam-Unterricht an saarländischen Grundschulen ausbauen.

Kulturminister Ulrich Commerçon will den Islam-Unterricht an saarländischen Grundschulen ausbauen.

DPA/Birgit Reichert

Der im vergangenen Schuljahr gestartete islamische Religionsunterricht an Grundschulen im Saarland soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. «Das ist auf jeden Fall das Ziel», sagte Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Es gibt seiner Ansicht nach nicht nur eine verfassungsrechtliche Verpflichtung, islamischen Religionsunterricht anzubieten: «Ich halte es auch für notwendig, weil das mit gesellschaftlicher Teilhabe zu tun hat.»

Der Ausbau hänge vor allem von der Verfügbarkeit von geeigneten Lehrern ab: «Es gibt kein Stellenproblem, das ist ein Fachkräfteproblem.» Nach dem ersten Schuljahr, in dem zwei Lehrer vier Gruppen von Kindern islamischen Religionsunterricht erteilten, befinde sich eine dritte Lehrkraft kurz vor Abschluss einer Zusatzausbildung. Mit dem zweiten Jahrgang werden jetzt etwa 100 Kinder unterrichtet. Derzeit besuchen mehr als 9000 Kinder muslimischen Glaubens die Schulen im Saarland.

Ethikunterricht ab der 5. Klasse

Der Umfang des künftigen islamischen Religionsunterrichts hänge sowohl von der Nachfrage als auch von den Lehrkräften ab. Bisher gebe es Lehrpläne nur für die beiden ersten Jahrgangsstufen, an den Plänen für ältere Schüler werde gearbeitet. Der Schwerpunkt liegt in Saarbrücken und Völklingen. «Das wird jetzt erst einmal aufwachsen in der Grundschule an diesen Standorten», sagte Commerçon. Muslimische Kinder müssten «die Möglichkeit haben, sich mit ihrer Glaubens- und Religionstradition auch in einem geschützten Raum auseinandersetzen zu können». Ein solcher Raum sei die Schule.

Der Ethikunterricht von der 5. Jahrgangsstufe an sei ein Ersatzunterricht für die steigende Zahl von Kindern, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen wolle. «Ich finde, wir brauchen ganz dringend Wertorientierung, eine Auseinandersetzung mit fundamentalen philosophischen Fragen rund ums Leben.»

(L'essentiel/dpa)

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