Kampf um Standort: Saarlouiser Ford-Betriebsrat will Kanzler Scholz um Hilfe bitten
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Kampf um StandortSaarlouiser Ford-Betriebsrat will Kanzler Scholz um Hilfe bitten

SAARLOUIS – Der saarländische Ford-Standort befindet sich mit einem spanischen Werk im Konkurrenzkampf um die Produktion eines E-Autos. Der Betriebsrat setzt auf Hilfe aus der Politik.

ARCHIV - 08.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der Parkplatz vor dem Ford Werk ist leer. Die Auto-Produktion bei Ford soll ab dem 4. Mai schrittweise wieder anlaufen. Zunächst öffnen die Standorte in Köln und Saarlouis sowie im spanischen Valencia und rumänischen Craiova, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei der Produktion eines künftigen Elektroautos befindet sich Saarlouis in Konkurrenz mit Ford im spanischen Valencia.

Oliver Berg/dpa

Der Ford-Betriebsrat in Saarlouis fordert im Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen Unterstützung von Bundeskanzler Olaf Scholz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. «Wir begrüßen, dass die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger unserem Aufruf gefolgt ist und zu Ford in die USA fliegt. Aber es fehlen noch zwei Personen im Flugzeug», sagte Betriebsratschef Markus Thal am Dienstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

Er wolle daher Scholz und von der Leyen anschreiben und auffordern, ebenfalls persönliche Gespräche mit Konzernchef Jim Farley zu führen. «Letztendlich ist es eine gesamteuropäische Geschichte», so Thal. «Es geht nicht um Saarlouis oder Valencia, sondern um Saarlouis UND Valencia.»

Rehlinger fliegt nach Detroit

Mit 4600 Beschäftigten gilt Ford als einer der größten Arbeitgeber im Saarland. Bei der Produktion eines künftigen Elektroautos befindet sich Saarlouis in Konkurrenz mit Ford im spanischen Valencia. Ende Juni soll die Entscheidung fallen, ob im Saarland über das Jahr 2025 hinaus produziert werde. Anke Rehlinger (SPD) wird am Mittwoch gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD), zu Ford nach Dearborn (Detroit) in den USA fliegen.

Dort wollen sie die Bedeutung des Standortes Saarlouis für Land und Unternehmen hervorheben und über eine Zukunftsperspektive für das saarländische Werk sprechen.

(L'essentiel/dpa)

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