Bessere Kommunikation – Sätze, die du in Beziehungen vermeiden solltest
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Bessere KommunikationSätze, die du in Beziehungen vermeiden solltest

Du willst deine Beziehungen stärken? Dann streiche diese Aussagen aus deinem Repertoire.

Wir verraten, welche Sätze du in einer Beziehung vermeiden solltest, um mehr Nähe zu schaffen.

Wir verraten, welche Sätze du in einer Beziehung vermeiden solltest, um mehr Nähe zu schaffen.

Ba Tik/Pexels

Negative Wörter und Kommentare können verletzen. Ob dies bewusst oder unbewusst passiert: Gewisse Formulierungen treffen einen hart, oftmals härter, als man zugeben will. Wir verraten, welche Sätze in einer Beziehung Gift sind.

1. «Das ist doch nicht so schlimm»

Die Absicht hinter dieser Aussage ist sicherlich gut gemeint: Du willst, dass dein Gegenüber realisiert, dass alles vorbeigeht und zeigen, dass in der Relation alles halb so wild ist. Mit dieser Formulierung schmälerst du aber den Fakt, dass deine Partnerin oder dein Partner nun mal verletzt oder traurig ist.Besser: Nimm dir lieber die Zeit, deinem Gegenüber zu zeigen, dass du Ängste und Sorgen ernst nimmst und antworte mit einem ehrlich gemeinten «Ich verstehe gut, dass dich das trifft, wir werden das gemeinsam überstehen und ich bin für dich da.»

2. «Du bist genau wie deine Mutter…»

… oder dein Vater, oder deine Schwester: Aussagen dieser Art sind prädestiniert, um jemanden zu verletzen oder wütend zu machen. Ist die Mutter deiner besseren Hälfte total chaotisch? Wir alle kennen Verhaltensmuster in der eigenen Familie, auf die wir nicht gerade stolz sind. Wenn die eigene Partnerin oder der Partner diese im Streit hervorhebt und Vergleiche zieht, wird das weder helfen, diese Eigenschaften schneller abzulegen, noch schlichtet es eine brenzlige Situation.Besser: Lasse Vergleiche innerhalb der Verwandtschaft aus dem Spiel. Sage lieber: «Ich bin ein wenig genervt, dass du den Termin schon wieder vergessen hast und so zerstreut bist. Wie kann ich dir helfen, besser organisiert zu werden?»

3. «Du machst immer… du machst nie»

Diese Alles-oder-Nichts-Kommunikation wird häufig frustriert in Streits als Waffe verwendet, um einer Aussage noch mehr Bedeutung zu geben. Das Problem: Alles, was nach so einer definitiven Aussage folgt, wird vom Gegenüber fast nicht mehr gehört, weil die Person automatisch in eine verteidigende Position geht.

Besser: Was ist das Ziel der Kommunikation? Eine Lösung zu finden. Anstatt zu sagen: «Du bist sowieso immer nur an deinem Handy», könntest du sagen: «Mich macht es traurig, wenn du mir beim Reden nicht richtig zuhörst. Wäre es möglich, nicht auf Instagram zu sein, während ich dir von meinem Tag erzähle?»

4. «Du machst das komplett falsch»

Ist die Geschirrspülmaschine wieder falsch eingeräumt oder der Drucker falsch eingesteckt? Natürlich bringen einen kleine Dinge im Alltag oft auf die Palme. Auch größere Dinge, wie zum Beispiel die Erziehung des Kindes, können vom Gegenüber als falsch angeschaut werden. Das aber genau so zu sagen, ist oft nicht produktiv, sondern höchstens demotivierend oder sogar einschüchternd.

Besser: Formuliere deine Kritik als Ratschlag. «Ich sehe, dass dich etwas beschäftigt oder Mühe bereitet. Darf ich dir einen Vorschlag machen, wie wir das zusammen anpacken könnten?» Diese Art von Formulierung weckt den Teamgedanken, anstatt sich alleine in einem Wettbewerb zu fühlen, in dem man ständig nur beobachtet und kritisiert wird.

5. «Ich habe endgültig genug»

In der Hitze des Gefechts werden schnell Dinge gesagt, die zu extrem sind. Wenn jemand also am Ende eines langen Streits sagt, dass eine Trennung wohl die beste Idee ist, kann es gut sein, dass am nächsten Morgen die Welt wieder neu aussieht. Das Wort Trennung bleibt aber noch lange im Raum haften und wird so schnell von der anderen Person nicht vergessen.

Besser: Versuche, auch im größten Streit, keine extremen Aussagen zu machen. Sage lieber: «Ich bin gerade so gereizt, ich hab das Gefühl, ich kann nicht mehr, dabei weiß ich eigentlich, dass wir zusammengehören.»

6. «Du bist so krass sensibel»

Auch wenn du nicht komplett verstehst, wieso dein Gegenüber so getroffen ist: Über eine emotionale Reaktion zu urteilen, ist weder fair noch lösungsorientiert.

Besser: Wenn deine Partnerin oder dein Partner verletzt ist, gilt es, das anzunehmen. Ein Satz wie: «Ich sehe, dass du traurig bist, das tut mir leid. Wie können wir das in Zukunft besser lösen?», bringt sicher mehr als die andere Person für ihre Reaktion lächerlich zu machen.

7. Schweigen

Nicht alle Menschen sind geborene Kommunikatorinnen und Kommunikatoren. Aber Schweigen ist teils noch schlimmer als etwas Falsches zu sagen. Kälte, emotionale oder räumliche Distanz und ewiges Nichts-Sagen, sind oft verletzender und verunsichernder als laute Diskussionen. Wer gar nichts mehr sagt, verweigert nämlich, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Besser: Auch wenn du in einem Streit nicht mehr weiter weißt und am liebsten einfach gar nichts mehr sagen willst: Kommuniziere wenigstens diese Einsicht. Zum Beispiel so: «Ich brauche eine Stunde für mich. Ich gehe kurz alleine spazieren und danach reden wird nochmal in Ruhe.» So weiß die andere Person, woran sie ist und kann dir diesen Freiraum geben.

(L'essentiel/Geraldine Bidermann)

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