Italien – Salvini droht Niederlage bei Regionalwahl

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ItalienSalvini droht Niederlage bei Regionalwahl

In der Emilia-Romagna zeichnet sich eine Niederlage der rechtsradikalen Lega ab. Das geht aus Nachwahlbefragungen sowie einer ersten Hochrechnung hervor.

Matteo Salvini will im Falle eines Sieges die Regierung in Rom stürzen: Der Politiker im Senat in Rom. (11. Juli 2019)

Matteo Salvini will im Falle eines Sieges die Regierung in Rom stürzen: Der Politiker im Senat in Rom. (11. Juli 2019)

Claudio Peri

In den am Sonntagabend veröffentlichten Befragungen von Wählern beim Verlassen der Wahllokale lag die sozialdemokratische PD bei 52 Prozent, während die Lega nur auf 48 Prozent kam. Der frühere Innenminister Matteo Salvini hatte darauf gesetzt, im Falle eines Wahlsiegs in der Emilia-Romagna die Regierung in Rom zu Fall bringen und Neuwahlen durchsetzen zu können.

Der Mitte-Links-Kandidat der Sozialdemokraten, Stefano Bonaccini, kam laut einer Hochrechnung für den Sender La7 am Sonntag auf 51,8 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin der rechten Lega Salvinis, Lucia Borgonzoni, unterlag demnach mit 41,5 Prozent.

Salvini hoffte auf Sieg

Sollte sich das Ergebnis bestätigen, wäre das eine große Enttäuschung für Oppositionschef Salvini. Die Wahl in der industriestarken Region gilt als besonders wichtig für die Regierung in Rom aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten, da die Emilia-Romagna seit jeher in linker Hand ist. Ein Verlust an die Lega wäre ein schwerer Schlag, der die sowieso schon unbeliebte Regierung weiter destabilisieren würde. Salvini hatte bei der Wahl auf einen Sieg gehofft, um seinen Machtanspruch auf nationaler Ebene zu untermauern.

Zeitgleich wurde auch in Kalabrien gewählt, wo sich laut Prognosen die Mitterechts-Kandidatin der Partei Forza Italia, Jole Santelli, klar durchsetzte. Sie bekam demnach zwischen 49 und 53 Prozent der Stimmen.

Schwere Schlappe

Die Fünf-Sterne-Bewegung musste bei beiden Wahlen laut Prognosen eine schwere Schlappe einstecken. In der Emilia-Romagna bekam die Protestbewegung demnach nur zwischen 2 und 5 Prozent der Stimmen. Angesichts des drohenden Desasters war Außenminister Luigi Di Maio bereits letzte Woche vom Posten als Parteichef zurückgetreten.

Die Koalition aus Sternen und PD regiert seit September 2019. Die beiden ungleichen Parteien hatten sich zusammengeschlossen, nachdem der damalige Innenminister Salvini das vorherige Bündnis mit den Sternen aufgekündigt hatte. Beide Parteien kämpfen mit internen Streitigkeiten und mit schlechten Umfragewerten und haben in mehreren Regionalwahlen schwere Schlappen hinnehmen müssen.

(L'essentiel/roy/sda)

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