Millennium Tower – San Franciscos höchster Wohnturm versinkt im Boden
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Millennium TowerSan Franciscos höchster Wohnturm versinkt im Boden

Ein Wolkenkratzer in San Francisco kippt immer mehr zur Seite. Übersteigt die Schieflage einen Meter, funktionieren Aufzüge und Wasserleitungen wohl nicht mehr richtig.

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Der Millennium Tower in San Francisco misst vom Erdgeschoss bis zur Spitze etwa 197 Meter.

Der Millennium Tower in San Francisco misst vom Erdgeschoss bis zur Spitze etwa 197 Meter.

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Der 2008 erbaute Turm sinkt immer weiter in den weichen Untergrund.

Der 2008 erbaute Turm sinkt immer weiter in den weichen Untergrund.

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Am Boden des Wohnturms sieht man Risse im Boden, wie hier auf dem Bild aus dem Jahr 2016.

Am Boden des Wohnturms sieht man Risse im Boden, wie hier auf dem Bild aus dem Jahr 2016.

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Ein Wohnturm mit 58 Stockwerken in San Francisco macht dem schiefen Turm in Pisa Konkurrenz. Der 2008 erbaute Millennium Tower im Finanzbezirk sackte im weichen Untergrund bereits bis 2016 um 40 Zentimeter ab. Ein Bericht von Ingenieuren zeigt nun, dass das Hochhaus weiter im Boden versinkt: Alleine 2021 um weitere 7,5 Zentimeter. Insgesamt betrage die Schieflage schon mehr als 60 Zentimeter, schreibt die «Welt».

Übersteige die Schieflage einen Meter, funktionierten die Aufzüge und Wasserleitungen wohl nicht mehr richtig. Und ab 1,8 Meter Neigung drohe gar Gefahr für die Bewohnerinnen und Bewohner des Towers, weil das Gebäude dann womöglich nicht mehr erdbebensicher sei, berichtet die Zeitung weiter.

Gerichtsfälle und ein missglückter Rettungsversuch

Der Bau des Millennium Towers kostete rund 350 Millionen US-Dollar. Die Reparaturarbeiten, die im September abgeschlossen sein sollen, verschlingen nochmals mindestens 100 Millionen. Auch darum führte der Tower zu Gerichtsfällen zwischen Architekten, Statikern, Handwerksfirmen und Projektentwicklern. Auch die Stadt und die Gutachter, die den Untergrund inspizierten, zanken sich vor Gericht.

Der Millennium Tower misst vom Erdgeschoss bis zur Spitze etwa 197 Meter. Um ihn zu stützen, installierten Ingenieure letztes Jahr 70 Meter hohe Säulen. Doch der Turm neigte sich danach noch schneller. Das führte dazu, dass die Ingenieure ihre Arbeit im Sommer 2021 vorübergehend einstellten.

«Schiefer Turm von San Francisco»

In der kalifornischen Küstenstadt sorgt das als «Schiefer Turm von San Francisco» verspottete Gebäude schon lange für Gesprächsstoff. Für die mehr als 400 Wohnungen im Herzen der Innenstadt haben die Käuferinnen und Käufer in den letzten Jahren mehrere Millionen Dollar gezahlt.

Die Bewohner und Bewohnerinnen scheinen allerdings wenig besorgt über die Schieflage des Towers. Das 500-Quadratmeter-Penthouse in der 58. Etage fand für 13 Millionen Dollar einen Käufer. Und im Dezember ging eine Einheit mit zwei Zimmern und zwei Bädern für rund 1,16 Millionen Dollar über den Ladentisch.

(L'essentiel/Marcel Urech)

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