Arabische Emirate – Satellitenbilder zeigen Zerstörung in Abu Dhabi
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Arabische EmirateSatellitenbilder zeigen Zerstörung in Abu Dhabi

Hinter der mutmaßlich mit Drohnen durchgeführten Attacke auf die Vereinigten Arabischen Emirate sollen die Huthi-Rebellen im Jemen stehen.

Satellitenaufnahmen haben das Ausmaß der tödlichen Attacke auf eine Ölanlage in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gezeigt. Die Nachrichtenagentur AP gelangte am Dienstag in den Besitz der Aufnahmen der Planet Labs PBC, auf denen zu sehen war, wie über einem Treibstofflager der staatlichen Ölgesellschaft Adnoc Rauch aufstieg. Auf einem weiteren, wenig später aufgenommenen Bild, schienen Brandspuren und weißer, feuerunterdrückender Schaum zu sehen zu sein, der zum Löschen eingesetzt wurde.

Gründliche Untersuchung hat begonnen

Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten den mutmaßlichen Drohnenangriff vom Montag für sich reklamiert. Adnoc antwortete nicht auf Fragen der Nachrichtenagentur AP zu dem Gelände und zum geschätzten Ausmaß der Schäden, erklärte aber, die Attacke habe sich am Montagmorgen ereignet. Man arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die genaue Ursache herauszufinden, eine gründliche Untersuchung habe begonnen, hieß es in einer Mitteilung.

Bei der Attacke waren zwei indische Staatsangehörige und ein Mensch aus Pakistan ums Leben gekommen, als drei Tanker explodierten, wie die Polizei mitteilte. Sechs weitere Menschen wurden den Angaben nach verletzt. Die Ölanlage befindet sich nahe einem Luftwaffenstützpunkt, wo auch amerikanische und französische Kräfte stationiert sind. Ein weiterer Brand betraf den Internationalen Flughafen von Abu Dhabi. Das Feuer am Flughafen war laut Polizei nur klein und loderte an einer Erweiterung, die sich noch im Bau befindet. Unklar war, ob es sich um das neue Terminal handelte, an dem seit Jahren gebaut wird. Die Polizei sprach von einem mutmaßlichen Drohnenangriff.

«Bösartiger Angriff auf zivile Einrichtungen»

Der VAE-Diplomat Anwar Gargasch warf den Huthis einen «bösartigen Angriff auf einige zivile Einrichtungen» vor, der von den Behörden in der Hauptstadt der Emirate transparent und verantwortlich aufgearbeitet werde. Die Eingriffe in die Sicherheit der Region durch terroristische Milizen seien zu schwach, um Stabilität und Sicherheit zu beeinträchtigen, sagte er.

Die Huthi-Rebellen im Jemen erklärten, sie hätten einen Angriff auf die Emirate verübt, die im jemenitischen Bürgerkrieg zusammen mit weiteren Golfstaaten die Regierung unterstützen. Huthi-Sprecher Jahia Sarei sprach von einem Angriff tief in den Emiraten. Die Adnoc-Anlage liegt 1800 Kilometer von der Huthi-Hochburg Saada entfernt. Die Huthis haben in jüngster Zeit militärische Rückschläge hinnehmen müssen.

Bombardierungen von Huthi-Standorten in Jemens Hauptstadt

Saudi-Arabien verurteilte die Attacke vom Montag als «feigen Terrorangriff», der die Gefahren veranschauliche, die von den Huthis ausgingen. Saudi-Arabien, wie auch die USA, UN-Experten und andere, beschuldigen den Iran, die Huthi-Rebellen mit Waffen zu versorgen. Das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, der sich auf einem Staatsbesuch in den Emiraten befand, teilte mit, Moon habe unmittelbar nach der Attacke mit Abu Dhabis Kronprinz Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan gesprochen. Der Kronprinz wurde in der Mitteilung damit zitiert, dass der Angriff erwartet worden sei.

Am Dienstag teilte die Militärkoalition unter saudischer Führung mit, sie habe mit Bombardierungen von Huthi-Standorten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa begonnen. Über Nacht von den Rebellen veröffentlichte Videos zeigten Schäden. Die Huthi-Rebellen sagten, es seien mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Ein Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation sagte, unter den Opfern seien Zivilisten. Wenngleich die Vereinigten Arabischen Emirate einen Großteil ihrer Kräfte aus dem Jemen abgezogen haben, sind sie immer noch in dem Konflikt aktiv und unterstützen jemenitische Milizen, die gegen die Huthis kämpfen.

(L'essentiel/DPA/bre)

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